Vorbild: Die Fw 200 „Condor“ gehörte zu den modernsten Verkehrsflugzeugen der 1930er Jahre. Nach Kriegsbeginn wurde sie notdürftig zum Fernaufklärer bzw. Kampfflugzeug umgerüstet. Die Aufgabe der Fernaufklärer war es, die U-Boote an alliierte Konvois heranzuführen, was anfänglich gut funktionierte. Es wurden insgesamt 280 Flugzeuge gebaut.

Bausatz: Der seit 2006 auf dem Markt befindliche Bausatz besteht aus elf hellgrauen Spritzlingen mit ca. 240 Teilen und einem separat verpackten Ast mit 23 Klarsichtteilen.

Die Qualität der Kunststoffteile wird durch störenden Grat beeinträchtigt. Bei genauer Betrachtung fallen ein paar unschöne Dinge auf:

  1. Die Tragflächenteile 59+61 sind verzogen.
  2. Die Stoffbespannung der Ober- und Unterseite ist ebenso wie die Rippenstruktur aller Ruder übertrieben wiedergegeben.
  3. Die Gravuren an den Hauptbauteilen sind deutlich zu breit.
  4. Die Fahrwerkklappen müssen nachgearbeitet werden.
  5. Die Auspuffrohre sind viel zu klein und ähneln kaum dem Original (Fotovergleich).
  6. Das äußere Höhentrimmruder war nur links vorhanden.
  7. Die Deckel für die Innenflügeltanks sind an der falschen Stelle.
  8. Das Spornrad ist zu klein.

Der Hauptfahrwerkbereich ist sehr gut wiedergegeben und der Motor ausreichend detailliert. Teil 80 ist hier etwas zu groß geraten und passt daher nicht ohne Bearbeitung in die Motorverkleidung.

Die Glasteile sind verzerrungs- und schlierenfrei, aber etwas dickwandig.

Bemalung/Anleitung: Die Anleitung ist verständlich und übersichtlich aufgebaut. Es gibt Farbrisse und Abziehbilder für vier Maschinen. Die Decals von Cartograf sind sauber und hochwertig gedruckt.

Fazit: Es ist seit Jahren das einzige gute Condormodell. Nur schnell aus dem Kasten bauen, geht nicht. Der Aufwand, die kleinen Unzulänglichkeiten zu beheben, ist zu groß.

B. Purschke (Januar 2026)

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