Geschichte: Die PR.XIX war die letzte als Aufklärungsflugzeug für Luftaufnahmen von der RAF aktiv eingesetzte Version der Spitfire. Ihre Konstruktion basierte auf der Kombination des so leistungsstarken Griffon-Motors wie bei der Mk.XIV verwendet worden mit den Flügeln der Mk. XI Spitfire. Daraus entstand dann die PR.XIX, eine der schnellsten und wohl auch formvollendetsten aller Ausführungen der Spitfire. Da sie zur ausschließlichen Verwendung als Aufklärer vorgesehen war, war sie nicht mit Waffen ausgerüstet worden. Stattdessen verließen sich ihre Piloten auf die hohe Höchstgeschwindigkeit dieser Maschine, um potenziellen Widersachern zu entkommen. Das konnte sicherlich ausreichen, wenn ihre Gegner mit Kolbenmotoren angetriebene Maschinen benutzten. Mit dem Herannahen der Düsenabfangjäger der Lutwaffe in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, wurde die PR.XIX jedoch verwundbar, die Mig 15 der sowjetischen Luftstreitkräfte in der Nachkriegszeit machte sie dann endgültig technisch veraltet.
Die erste PR.XIX wurde am 27. November 1944 an die RAF ausgeliefert und am 18. Mai 1945 wurde die letzte Maschine übernommen. Die ersten 25 Maschinen hatten noch keine Druckkabinen, was sich jedoch bald änderte.
Mit der Erhöhung des Tankvolumens wurde dann die Leistung des Flugzeugs weiter gesteigert. Nach Kriegsende wurde die PR.XIX noch weiterhin im Fernen Osten geflogen. Dort trat sie über den Hainan-Inseln wie auch über Malaya in Aktion, wo sie ihren letzten Aufklärungsflug am 10. Juni 1957 absolvierte. Als Versuchsflugzeug wurde die PR.XIX noch längere Zeit verwendet. In den frühen 1960er Jahren wurde sie als Schulflugzeug eingesetzt. Dabei konnten RAF-Piloten in schnellen Düsenjägern lernen, wie sie langsamer fliegende Kolbenmotorflugzeuge abfangen konnten, falls sich die Notwendigkeit dafür im indonesischen Konflikt ergeben hätte.
Heute fliegen noch mehrere PR.XIX. Am besten sind ihre Demonstrationsflüge mit der Staffel für historische Flugzeuge „Battle of Britain Memorial Flight“ bekannt. Zusätzlich unterhalten private Sammler und Firmen noch einige flugtaugliche Maschinen. (Quelle Bauanleitung)




Der Bausatz wird im typischen roten Hornby Hobbies-Stülpkarton ausgeliefert mit einer computergenerierten Darstellung einer Maschine in Dark Green und Dark Earth im simulierten Luftkampf mit einer EE. Lightning. Der Kit basiert auf älteren Spitfire Kits von Airfix. Er besteht aus drei Gießästen mit 90 mittelgrauen Teilen und einem klaren Gießast mit 8 Teilen. Alle Gießäste sind in einem nicht wiederverschließbaren Kunststoffbeutel verpackt, die Glasteile haben einen eigenen kleinen Kunststoffbeutel. Die Oberfläche eine leichte Rauigkeit auf. Die Angüsse sind relativ fein. Die Oberflächendetails der grauen Teile sind durch gleichmäßige Gravuren, einige versenkte Nieten, Schnellverschlüsse und ein paar erhabene Details dargestellt. Die Auswerfermarkierungen finden sich im Inneren der Bauteile. Die Glasteile sind dünn und teils recht verschwommen Es gibt drei Teile für die geschlossene Darstellung der Haube und Kombiteile aus Schiebehaube und hinterer Verglasung für die geöffnete Darstellung.
Die Bauanleitung ist im bekannten Stil verfasst und führt auf acht Seiten über 36 Baustufen zum fertigen Modell. Leider fehlt wie immer bei den Briten ein Teileplan, dafür sind die Bemalungs- und Decalplatzierungshinweise farbig und in Vierseitenansichten auf zwei extra Hochglanzblättern ausgeführt.
Der Zusammenbau beginnt, wie zu erwarten, mit dem Cockpitinneren. Das Instrumentenbrett zeigt erhabene Instrumente und einige Skalendetails, ein Instrumentendecal ergänzt das Ganze. Der Cockpitboden ist realistisch „bodenlos“ dargestellt, die in die Innenseiten der Rumpfhälften gravierten Geräte und Instrumente wirken etwas vereinfacht. Die Öffnungen an den Spanten und den unteren Teilen des Instrumentenbrettes muss man selbst aufbohren, wenn man die Lightningholes realistisch darstellen will. Die Kameras sind separate kleine Teile, die an den Innenseiten des Cockpits hinter dem Pilotensitz angebracht werden müssen. Wer seinen Propeller drehbar halten möchte, muss ihn bereits beim Schließen zwischen den Rumpfhälften einklemmen oder den Retainer fortlassen, so dass der Propeller am Schluss des Baues eingesetzt werden kann, dann bleibt er aber locker. Das hat Revell schon in den Sechzigern bei seinen 1:72-Kits besser gekonnt, da setzte man den Propeller am Schluss von vorne in die Rumpföffnung ein. Wie so etwas modern geht, lernt man bei Tamiya, die Ihre drehbaren Teile mit Weichplastik-Manschetten aufsteck- und abnehmbar halten. Das ist modellbauerische Steinzeit, Airfix!
Schön gemacht ist, dass sämtliche Ruder und die Landeklappen separate Teile sind, die nach Wunsch angeklappt oder ausgelenkt montiert werden können. Für das Fahrwerk bietet Airfix wie früher schon immer separate halbe Räder für die Darstellung im eingefahrenen Zustand. Die Räder werden in zwei Varianten, abgeplattet oder nicht, angeboten.




Der mittelgroße Decalbogen ohne erkennbare Herkunft ist randscharf und seidenmatt glänzend auf hellblauem Papier gedruckt, die Farbe ist deckend und auch die zahlreichen kleinen Wartungshinweise sind lesbar. Airfix weist bei den Farbempfehlungen nur auf die Humbrol-Farbreihen hin und verwendet überwiegend generische Namen wie „Matt Beige Green“ statt „Sky“. Das geht besser!
- „PS853“, Battle of Britain Memorial Flight, Royal Airforce Binbrook, Lincolnshire, England, 1963 in Dark Green und Dark Earth über Medium Sea Grey mit rotem Spinner, sie nahm an dem simulierten Kampf mit der E.E. Lightning XM166 teil;
- Temperature and HUMidity Flight (THUM) , Royal Airforce Woodvale, Southport, Merseyside, England 1956 in Matt PRU Blue, mit gelbem Spinner;
- „C“ Rolls-Royce Heritage Flight, East Midlands Airport England, 2024, in Matt RPU Blue mit schwarzem Spinner, dieselbe Maschine wie Variante B!
Fazit: Airfix hat in letzter Zeit auf seinem angestammten Gebiet, Modelle für Anfänger und Fortgeschrittene zum kleinen Preis anzubieten, viel Boden gut gemacht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Nachbildungen britischer Vorbilder. Diesem Vorsatz ist man auch mit diesem speziellen Vorbild treu geblieben. Sehr empfehlenswert!
Literatur (Auswahl)
- Scutts, J., Spitfire in action, Aircraft Number 39, Squadron/Signal Publication
- Humphreys, R., Supermarine Spitfire Merlin-Powered, Pt. 1, MDF 23, A comprehensive Guide for the Modeller
Utz Schißau, Berlin (März 2026)

