Das Vorbild: Japanische Streitkräfte erbeuteten während des Zweiten Weltkriegs, insbesondere zu Beginn der Invasion auf den Philippinen (1941–1942), eine unbekannte Anzahl von US-amerikanischen M3 Stuart Leichtpanzern. Diese wurden vereinzelt, wie etwa während der Schlacht um Luzon, von den Japanern gegen US-Truppen eingesetzt, oft nach Reparaturen oder Modifikationen.

Die „japanischen Stuarts“ fanden bei der Kaiserlichen Japanischen Armee überwiegend Verwendung für Aufklärungsaufgaben oder wurden zur Unterstützung der Infanterie eingesetzt, womit der Mangel an eigenen, effektiven leichten Panzern kompensiert werden sollte. Ein bekanntes und gutes Beispiel ist ein entsprechender M3 Stuart, der 1945 bei Tuguegarao, Luzon, durch einen US-Luftangriff zerstört wurde. (Erzeugt durch AI)

Der Bausatz: Miniart weitet das Angebot rund um das Thema M3 Stuart weiter aus. Nach den Optionen M3 früh, mid und late sowie den britischen Varianten, folgt nun die 10. Reinkarnation in Form von den Japanern erbeuteten und selbst genutzten Versionen.

Alle Bauteile befinden sich in dem typischen Stülpkarton von Miniart und auf dem Deckel sieht man eine sehr gut gestaltete Grafik von „Booth23“, die den leichten Panzer zusammen mit vier japanischen Soldaten in Warteposition darstellt.

Der Karton ist mit 15 grauen und einem klaren Gussast gut gefüllt, wovon zwei der Gussäste den vier beiliegenden Soldatenfiguren gewidmet sind. Darüber hinaus liegen noch ein Bogen mit Ätzteilen, die Abziehbilder sowie der Bauplan bei.

Die Gussäste sind mit Ausnahme von „Jd“ für den Rahmen am Heck, bereits von den Vorgängern bekannt und die Teilezuordnung sieht wie folgt aus:

A: Teile für den Panzeraufbau
B: Kleinteile inklusive Bordwaffen
Ba: Kleinteile für Inneneinrichtung des Turms
Bc: Werkzeuge
Ec: Klarsichtteile
K x 2: Laufrollen
Kb x 2: Kettensegmente
Kc x 2: Kleinteile
Ha: Teile für Turm
Hc: Teile für Turm
Jd: Rahmen für Heckaufbau

A,B,C: Figurenteile
D,E: Figurenteile

Abziehbilder

Bei dem Bausatz mit der Nummer 35454 handelt es sich um einen Basic Kit der frühen Ausführung. Eine Inneneinrichtung ist demzufolge nicht enthalten, was sich aber sehr positiv auf den Preis auswirkt.

Alle Teile machen einen hervorragenden optischen und qualitativen Eindruck. Flash oder Sinkstellen sind mir auf den Gussästen für das Fahrzeug nicht aufgefallen und Auswerfermarken – sofern überhaupt vorhanden – befinden sich an Stellen, die nach dem Zusammenbau nicht störend auffallen.

Der Fahrzeugaufbau ist unter Verwendung eines „Flat-Packs“ zu erstellen. Anders gesagt: Man erhält kein Wannenteil, sondern man muss dieses aus einzelnen Platten selbst zusammenbauen. Absolut kein Problem, wobei jedoch auf eine genaue Ausrichtung zu achten ist, damit sich später keine Probleme ergeben. Ein Vorteil dieses Konzeptes ist, dass viele Nieten und Details dargestellt werden können, was Formen technisch bei einem Einzelteil nicht machbar wäre. Der Innenbereich ist sehr schön gestaltet, jedoch fehlt die entsprechende Ausstattung – Basic Kit eben. Sofern man eine Figur in eine geöffnete Luke einsetzt, ist vom Innenraum aber sowieso nichts mehr sichtbar.

Bei der Durchsicht des Bauplans fällt auf, dass am Turmdrehkranz in Bauabschnitt 27, 8 einzelne Nieten anzubringen sind. Interessant! Ob dies beim Formenbau nicht berücksichtigt wurde oder es sich um ein typisches Merkmal der frühen Ausführung handelt, ist mir nicht bekannt. Die Bordbewaffnung besteht aus amerikanischen Browning MGs, die scheinbar von den Japanern weiter genutzt wurden. Diese sind so gut umgesetzt, dass sie nicht zwingend durch Update Sets ergänzt werden müssen. Gleiches gilt auch für das Laufwerk und die aus Einzelkettenglieder bestehende Panzerkette.

Alle Bordwerkzeuge sind separat und sauber ausgeführt und für die Abweiser der Scheinwerfer erhält man passende Ätzteile, mit deren Hilfe man die Gitter maßstabsgerecht umsetzen kann. Die Hauptwaffe mit dem koaxialen MG bestehet aus mehr als 20 Teilen und dies ermöglicht damit eine präzise Wiedergabe des Originals. Das Hauptgeschütz ist dann in den asymmetrischen hexagonalen Turm zu verbauen. Für die Sichtblöcke im Turm liegen die Glasblöcke als Klarsichtteile bei.



Der Bauplan und Abziehbilder:

Als Hilfe für den Zusammenbau legt Miniart ein 20 seitiges Heft im Format DinA4 bei, das absolut klar mit Hilfe von eindeutigen Zeichnungen das Bauprojekt unterstützt.


Die sauber von Cartograf gedruckten Abziehbilder ermöglichen die Gestaltung von vier verschiedenen Ausführungen, wobei für die Farben auf die Sortimente von Vallejo, Mr Color, AK, Mission Models, Ammo Mig und Tamiya referenziert wird:

– 3rd Company, 7th Tank Regiment Manila, Phillipines, May 1942
– 3rd Company, 7th Tank Regiment Manila, Phillipines, May 1942
– 7th Tank Regiment, Phillipines, January 1945
– Unidentied Unit, Phillipines, Tuguearao, Luzon, 1945

Der Figurenbausatz: Dem Bausatz liegen noch zwei Spritzgussrahmen für den Bau der vier Figuren bei. Drei der Figuren repräsentieren die Panzerbesatzung in typischen Uniformen mit Panzerhelmen. Die Teile sind sauber gestaltet und weisen einen schönen Faltenwurf der Uniformen und Details auf. Sehr gut gemacht ist auch die Idee, eine der beiden stehenden Figuren mit einer japanischen Flagge, die um den Oberkörper gewickelt ist, darzustellen. Ebenso realistisch wirken die im Schneidersitz dargestellte Figur und der stehende Offizier mit seinem Samuraischwert.

Für die Bemalung befindet sich im Bauplan eine Seite mit entsprechenden Abbildungen und Vorgaben für die zu verwendenden Farben.

Fazit: Eine interessante und außergewöhnliche Idee, einen amerikanischen Panzer als Beutefahrzeug der Japanischen Armee anzubieten. Die Umsetzung ist sehr gut gelungen und mit der Zugabe der vier japanischen Figuren wird das Ganze perfekt abgerundet.

Absolut empfehlenswert!

Erhältlich im gut sortierten Fachhandel oder für Händler bei Glow2b.

Gert Brandl, Berlin (Februar 2026)

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