Messerschmitt Me 263 V1

Special hobby SH72118 - Multimedia - 1/72

Vorbild: Die Messerschmitt Me 163 B zeigte im Einsatz einige Mängel. So war sie z.B. am Boden durch ihr Kufenfahrwerk sehr unbeweglich und der Einsatz des Startwagens war aufwändig. So wurde die Forderung nach einen Nachfolgetyp mit Einziehfahrwerk laut. Da Messerschmitt überlastet war, ging der Entwicklungsauftrag an Junkers und erhielt dort die Nummer 8-248. Unter Leitung von Professor Hertel entstand ab Frühsommer 1944 eine Neukonstruktion unter Verwendung von Tragfläche und Seitenleitwerk der Me 163 B. Der Triebwerksbereich wurde erheblich weiterentwickelt und enthielt zwei getrennt regelbare Antriebsdüsen mit 2.000 kp und 400 kp Schub. Theoretisch wäre eine Flugzeit von 30 Minuten mögliche gewesen. Die Triebwerksproblematik konnte aber nicht mehr zum Ende gebracht werden.



Mit der Me 163 BV18 wurde das Dreibeinfahrwerk im Flug gestestet. Ab November 1944 wurde das Flugzeug als Me 263 bezeichnet und der Produktionsplan festgelegt. So sollten ab April 1945 monatlich zehn Exemplare fertig gestellt werden. Es kam jedoch anders. Im Februar 1945 begann die Flugerprobung der Me 263 V1 im Schlepp hinter eine Bf 110. Das Fahrwerk war hier noch starr ausgelegt. Bei der V2 und V3 sollte dieses voll funktionsfähig und somit einziehbar sein. Die V1 und V2 erhielten noch ihre Triebwerke. Schon am 24. April marschierten die Amerikaner in Dessau ein und erbeuteten die drei Prototypen. Eine davon soll die Sowjetunion noch erhalten haben. Die V2 jedenfalls wurde von den verbündeten Amerikanern gesprengt. In der UdSSR entstand nach dem Vorbild der Me 263 die I-270.





Bausatz: or gut zehn Jahren baute ich mal die Me 263 von HUMA. Nun hat sich special hobby des Themas angenommen. Hier haben wir es wieder mit einem typischen special hobby-Bausatz zu tun. Ein hellgrauer Spritzgussrahmen mit z.T. fein detaillierten Teilen und aber auch recht klobigen Kleinteilen. Dazu kommen noch ein paar Resinteil (Räder und Kleinteile) und ein Ätzteilbogen mit Fotofilm. Die Kanzel ist aus Spritzgussmaterial. Das Cockpit ist sehr gut detailliert. Es gibt auch einen ordentlichen Hauptfahrwerksschacht, der eigentlich gar nicht nötig ist. Alle Fotos zeigen die V1 mit fixiertem Hauptfahrwerk. Hier muss ggf. umgebaut werden. Die Decals sind für die bekannte V1 DV+PA.

Fazit: Nachdem inzwischen recht viele Informationen über die Me 263 V1 bekannt sind hätte ich mir beim Fahrwerk ein wenig mehr Sorgfalt gewünscht.

Erhältlich ist dieser Bausatz für Händler bei Glow2B (zu erreichen über mail@glow2b.de). Der Modellbauer kann ihn im örtlichen Modellbaufachgeschäft oder online erwerben.

Literaturhinweise:

Luftfahrt History Heft 6 Blohm & Voss Bv 155 & Me 263 - Extremhöhenjäger contra Höhenstürmer, Horst Lommel, LAUTEC Software und Medien GmbH Siegen, Lautecmedien.de
Me 163 Rocket Interceptor Vol. 2, Stephen Ransom und Hans-Hermann Cammann, Classic Publication 2003, ISBN 1-903223-13-X.

Volker Helms, Godern