Blackburn Skua Mk. II "Silver Finish"

Special Hobby SH 48085 - 1/48

Vorbild: 1934 veröffentlichte das Air Ministry die Ausschreibung O.27/34 für ein Mehrzweck-Trägerflugzeug. Das Flugzeug sollte sowohl die Jäger- als auch die Sturzkampfrolle ausüben können. Die britische Doktrin dieser Ära sah einen zweisitzigen Langstreckenjäger vor, der in der Lage sein sollte, feindliche Aufklärungsflugzeuge zu bekämpfen bzw. abzudrängen. Das Abfangen feindlicher Bomber oder gar Jagdflugzeuge war von den Verantwortlichen nicht vorhergesehen worden.

Fünf Unternehmen brachten Entwürfe ein und der Beitrag B.24 von Blackburns Chef-Designer G.E. Petty ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. Die Konstruktion sah einen Ganzmetalltiefdecker mit Klappflügeln und Einziehfahrwerk vor. An einem Schwingarm, der verdeckt unter dem Rumpf eingebaut werden sollte, konnten bomben bis 500 lbs (ca. 226 kg) mitgeführt werden.

Der erste Prototyp, des später Skua genannten Fluggerätes, machte seinen Jungfernflug am 09. Februar 1937. Der erste und zweite Prototyp wurde von einem Bristol Mercury IX Motor angetrieben. Der zweite Prototyp wurde allerdings modifiziert. Die Bugsektion wurde verlängert und die Flügelenden erhielten wegen Stabilitätsproblemen eine stärkere V-Stellung. Da das Marineoberkommando unter Zeitdruck stand, wurde der Produktionsauftrag auf Basis der Konstruktionszeichnungen erteilt, deshalb begann die Serienproduktion sofort nach der erfolgreichen Flugerprobung. Die Serienflugzeuge wurden mit dem Bristol Perseus XII ausgestattet und Skua Mk.II genannt. Schnell ersetzten sie die veralteten "Nimrod" und "Osprey" Doppeldecker. Die Skua wurden an die 800., 801., 803. und 806 Einsatzstaffel, sowie an verschiedene Trainings- und Zieldarstellungseinheiten ausgeliefert.

Bei Ausbruch des Krieges waren die Skua von Beginn an in die Kämpfe verwickelt. Sie wurden sowohl von Land aus, als auch von Flugzeugträgern eingesetzt. Während des ersten U-Boot-Jagdeinsatzes am 14. September 1939 gingen zwei von drei Skua wegen mangelhafter einheimischer Bomben verloren. Am 26. September schossen zwei Skua der 803. Staffel eine Do 18 ab. Dies war der erste dokumentierte britische Luftsieg im Zweiten Weltkrieg.

Während des Norwegeneinsatzes versenkten 16 Skua am 10. April 19440 den deutschen Kreuzer Königsberg. Die Flugzeuge der 800. Staffel geführt von Captain R.T. Partridge und von der 803. Staffel geführt von Lt. W.P. Lucy flogen diesen Einsatz vom Flugplatz Hatson auf den Orkneys. Dies war der erste erfolgreiche Luftangriff auf ein Kriegsschiff im Zweiten Weltkrieg. Skua-Jäger waren an der Entsatzoperation um Dünkirchen beteiligt und wurden vom Träger Ark Royal im Mittelmeer eingesetzt. Am 3. Juni 1940 gerieten Skua von der HMS Ark Royal in einen Luftkampf mit französischen Jägern, dem vormaligen Verbündeten. Dies war der erste Angriff auf Frankreich und auch der Erste Verlust in diesem nicht erklärten Krieg.

Die letzten Skua wurden im April 1941 aus dem Fronteinsatz auf der HMS Ark Royal gezogen. Von diesem Zeitpunkt an waren die Skua lediglich in nicht-kämpfenden Einheiten anzutreffen. Trotz der kurzen Einsatzzeit der Skua und ihrer mittelmäßigen Leistungen erreichten einige Flugzeugführer den Ass-Status, mit mehr als 5 Abschüssen auf der Skua.

Bausatz: Der Bausatz der Blackburn Skua Mk.II erschien erstmalig vor etwa zwei Jahren. Volker hat damals einen First Look geschrieben, dem eigentlich nicht viel hinzuzufügen ist. Der Bausatz entspricht dem damaligen MPM Standard mit recht vielen Resinteilen, einigen Photoätzteilen und short run Plastikspritzlingen. Die Gravuren sind sehr gut, scharf und gleichmäßig tief. Die Oberfläche der Teile ist glatt, allerdings nicht ganz "tamiyalike".

Gleiches gilt selbstverständlich für die Konstruktion des Bausatzes. Hier ist schon etwas Arbeit und vorausschauendes Denken erforderlich ... nicht zu vergessen regelmäßiges, oft auch mehrmaliges trockenpassen. Dadurch kann man eine Menge Spachteln und Schleifen einsparen. Als Referenz möchte ich Brett Greens Baubericht bei Hyperscale heranziehen, auch wenn scheinbar einige Bilder nicht richtig angezeigt werden: Hyperscale: Blackburn Skua Mk.II (BG). Auch bei uns gibt es bereits einen Baubericht von Hans-Jürgen Bauer.


Bemalung: Das eigentlich neue an dem Bausatz sind eben die Decals. 3 Bemalungsvarianten im "silver finish" Der Decalbogen ist etwa postkartengroß und enthält einige Wartungshinweise und folgende Markierungen:

  1. Blackburn Skua Mk. II, L2887/A7F, Flight Leader Markierung am Seitenleitwerk, 803.sqn FAA, HMS Ark Royal, 1939
  2. Blackburn Skua Mk. II, L2933/K, 800.sqn FAA, HMS Ark Royal, 1939
  3. Blackburn Skua Mk. II, L2883/A7M, 803.sqn FAA, HMS Ark Royal, Mai 1939

Fazit: Sehr guter Special Hobby Bausatz der allerdings einige Modellbauerfahrung voraussetzt, um zu einem ansprechenden Ergebnis zu kommen.

Erhältlich ist dieser Bausatz für Händler bei Glow2B (zu erreichen über mail@glow2b.de). Der Modellbauer kann ihn im örtlichen Modellbaufachgeschäft oder online erwerben.

Steffen Arndt, Ettlingen (Februar 2009)