"Wo geht's denn bitte nach Paris?"

StuG III Ausf.B SdKfz142 VI.40-V.41 - Italeri - 1/35

Vorbild: Das Sturmgeschütz III, oder auch einfach nur StuG III genannt, war ursprünglich zur Infanterieunterstützung geplant, wurde aber immer mehr als Panzerabwehrfahrzeug eingesetzt. Der Panzerschutz wurde stetig erhöht, genauso wie die Leistung der Kanone. Das StuG III war ein hervorragendes Panzerabwehrfahrzeug. Es hatte eine sehr niedrige Silhouette, was es für den Gegner schwer machte ein gut getarntes StuG III zu entdecken bzw. es beim Gefecht zu treffen. Der größte Nachteil war aber das es eine fast starre Kanone hatte und so grob ausgerichtet werden musste um ein Ziel zu bekämpfen. Dieser Nachteil fiel aber beim meist defensiven Einsatz kaum auf und bei Straßenkämpfen viel er ganz weg.

Der größte Vorteil des StuG III war seine Zuverlässigkeit und seine billige Produktion, was seine Produktionszahlen von über 9000 Einheiten beweist. Obwohl es später bessere Panzerjäger gab, wurde das StuG III bis Kriegsende hergestellt. Da es sehr vielseitig war, stritten sich die Panzertruppe, die Artillerie und die Infanterie um diese Fahrzeuge. Der Kampf endete mit einem Kompromiss: Hitler unterstellte Guderians Panzertruppe und ausgewählten Panzerjägerbataillonen der Infanterie einige Sturmgeschütze, die Mehrheit blieb aber bis Kriegsende bei der Artillerie.

Da die Sturmgeschütze von Krisenherd zu Krisenherd geschickt wurden und mit Soldaten zusammen kämpfen mussten die keine Erfahrung mit dem Zusammenspiel hatten, wurden 1944 den Sturmgeschützen eigene Infanteriezüge mitgegeben. Allerdings konnten bis zum 1. Januar 1945 nur sieben Sturmartilleriebrigaden einen eigenen Infanteriezug erhalten. Am 1. Februar 1945 hatte die Wehrmacht 6501 Sturmgeschütze im Dienst aber nur noch 6191 Panzer. Insgesamt gesehen war das StuG III ein sehr gutes Fahrzeug das sehr zuverlässig war, leicht herzustellen und eine gute Kampfkraft hatte. So ist es nicht verwunderlich das kein anderes gepanzertes Fahrzeug der Wehrmacht so oft gebaut wurde.

Entwicklung: Mitte der 30er Jahre wurde von den Artillerieführern ein gepanzertes Fahrzeug gefordert um der Infanterie ein Nahunterstützungsfahrzeug zu geben, da alle gepanzerten Einheiten, nach der neuen Militärphilosophie, in reinen mechanisierten Verbänden zusammengefasst werden sollten. Im Juni 1936 wurde der weitsichtige Auftrag vom Heereswaffenamt erteilt, ein Fahrzeug zu entwickeln das einer sehr niedrige Silhouette haben sollte um seine Überlebensfähigkeiten zu steigern. Die Kanone sollte sowohl Sprenggeschosse für die Infanterieunterstützung als auch panzerbrechende Munition zum Kampf gegen Panzer verschießen können. Dieses Fahrzeug sollte von Daimler-Benz entwickelt werden und eine von Krupp entwickelte Hauptbewaffnung erhalten.

Ende der 30er konnte der erste Prototyp vorgestellt werden. Der Prototyp basierte auf dem Laufwerk des Panzer III und hatte die kurze 7,5cm-KwK L/24 die aus dem Panzer IV stammte. Man entschied sich bewusst für das Laufwerk vom Panzer III, da es viel leichter war als das vom Panzer IV und man so das geforderte Gewicht von 20 Tonnen halten konnte. Das Sturmgeschütz war viel besser gepanzert als die ersten Panzer III und IV, was seine Überlebensfähigkeiten noch steigerte. Die Silhouette war sehr klein, so war das Sturmgeschütz gerade mal 1,95m hoch und somit sehr viel kleiner als der Panzer III mit einer Höhe von 2,50m. Die geringe Höhe wurde aber mit einer starren Kanone erkauft. Die Kanone wurde direkt in den Aufbau gesetzt und hatte einen Schwenkbereich von nur 12,5 links und rechts, das bedeutete das man das ganze Fahrzeug grob Ausrichten musste um ein Ziel zu beschießen.

Es wurden 55 Schuss Sprengmunition, 8 Nebelgranaten und nur 21 panzerbrechende Geschosse mitgeführt, was seine Rolle als Infanterie unterstützendes Fahrzeug unterstreicht. Allerdings war für eine Panzerabwehrkanone die Leistung sehr dürftig, sie durchschlug lediglich 40mm Panzerung auf 1100m im Winkel von 30. Das 43km/h schnelle Sturmgeschütz wurde von dem 300 PS starken V12-Motor Maybach HL 120 TRM angetrieben.

Im Frühjahr wurden 30 Vorserienmodelle von Daimler-Benz gebaut und an fünf Versuchsbatterien verteilt. Eine Versuchsbatterie nahm 1940 kurz im Westfeldzug teil um das Sturmgeschütz zu testen. Die großen Erfolge veranlassten die Wehrmacht dazu sofort die Serienproduktion einzuleiten.

Hier noch ein paar technische Details des Sturmgeschütz III Ausf. B. Ende 1940 kam die Ausführung B in die Serienproduktion. Es wurde nur leicht verändert. Es bekam ein neues Getriebe, das Aphon-Getriebe mit sechs Gängen.

Typenblatt - Sturmgeschütz - Sdkfz 142 - Ausführung B:
Besatzung: 4 Mann
Gewicht: 21,3 t
Stückzahl: ? Exemplare
Panzerung: 50 mm die Wanne und 50 mm der Aufbau
Fahrwerk: 6 Doppel-Laufrollen die einzeln an quer liegenden Federstäben aufgehängt waren und 3 Stützrollen pro Seite
Motor: V12 Maybach HL 120 TR
Leistung: 320 PS
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Reichweite: 161 km
Hauptbewaffnung: 7,5 cm-StuK 37 L/24
Munition: 84 Schuss Hauptbewaffnung

Das Modell von Italeri: Es kann manchmal sehr erholsam sein, wenn man ein Modell ohne viel Zutun aus direkt aus der Schachtel bauen kann. Ein Kriterium muß in meiner Modellbau-Philosophie allerdings erfüllt sein - es sollte ein relativ akkurates Modell sein. Vor einer Weile habe ich mir Italeri's StuG III Ausf. B Modell zugelegt, es handelt sich dabei prinzipiell um das Dragon Modell, das einfach ohne die Ätzteile neu verpackt wurde. Meiner Meinung nach bieten diese Italeri Modelle ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis, wobei man die Möglichkeit hat, weiteres Geld in Zurüstteile zu investieren.

Der Modellbau: Der eigentliche Bau geht recht schnell von der Hand, die Teile fallen quasi von alleine zusammen. Das einzige was etwas sorgfältigeres Kleben benötigt sind die Kettenabdeckungen, da diese u.U. etwas schwer an die Wanne angepasst werden können. Für die Werkzeughalterungen, die Lüftergitter und einige andere kleine fotogeätzte Teile, verwendete ich alte Dragon-Teile aus der Grabbelkiste. Die Ausf. B konnte auch mit den frühen 40cm Ketten angetroffen werden oder mit einer späteren, mit einer Art Loch zur Gewichtsersparnis am Kettenende. Diesmal habe ich nicht die Ketten von "Friul" sondern die Einzelkettenglieder die den Bausatz beilagen, da diese sehr akkurat und und dem Vorbild sehr gut entsprachen.

Die Bemalung und die Verwitterung: Das StuG war also recht schnell bereit für die Bemalung. Ich habe vor kurzem angefangen, meine Modelle mit mattem Schwarz oder sehr dunklem Braun zu grundieren. Warum ? Um zu verhindern, daß das helle Plastik der meisten Bausätze an ungewollten Stellen durchschimmert. Ich verpasse meinen Modellen sogar zusätzlich noch einen dunklen Wash, nachdem diese Grundierung aufgespritzt wurde. Der dunkle Untergrund bietet eine gute Basis, um die späteren Farben aufzubauen, wobei man sich von dunklen zu den hellen Schattierungen vorarbeitet. Der dunkle Schimmer verbleibt in den Vertiefungen, während ich die Farbe langsam aufhellen kann, bis zu den Oberflächen, die das meiste Licht einfangen. Die Handhabung der Airbrush ist hierbei ein sehr wichtiger Faktor. Um die Tamiya Farben zu verdünnen, verwende ich Isopropyl Alkohol . Ich bin ein großer Fan der Tamiya Acryl Farben und ich verwende niemals andere Farben für das Airbrushen. Die Tamiya Farbe kann mit dem Isopropyl Alkohol sehr stark verdünnt werden und behält dabei dennoch eine airbrushfreundliche Konsistenz. Hierdurch wird die Farbe ideal für sorgfältige Farbschichten, um die Schattierungen zu variieren. Ich habe sogar die meisten Pastellkreiden weggeworfen und benutze die Airbrush auch für die größten Teile der Verstaubungen!

Um ein befriedigendes Ergebnis zu erhalten, muss man oft ein wenig experimentieren. Normalerweise spritze ich eine helle Schicht hier und eine dunklere Schicht dort... das mache ich solange, bis ich mit dem Aussehen zufrieden bin. Danach ist es Zeit für die Washing. Für panzergrau benutze ich beinahe schwarzes Wash. Ölfarben mit Humbrol Verdünnung erweisen hier einen guten Dienst. Ich befeuchte die komplette Fläche mit Verdünner und lasse dann die Wash-Lösung in die Vertiefungen laufen. Ich verwende einen weichen, breiten, trockenen Pinsel, um den Wash von den großen flachen Flächen zu entfernen, lasse ihn aber auf den Schattenflächen.

Nachdem der Wash getrocknet war, stand das Trockenmalen auf dem Programm. Schwarze und weiße Ölfarbe wurde aus der Tube auf ein Stück Pappe gedrückt und einen Tag eintrocknen gelassen. Der Karton saugt das Öl der Farbe auf und hinterlässt eine Ölfarbe mit einem größeren Pigmentanteil. Hierdurch ist es besser geeignet für das Trockenmalen. Ferner wird so das leicht ölige Schimmern beim abtrocknen vermieden. Ein recht heller Grauton wurde gemischt und mit einem relativ harten, flachen Pinsel aufgenommen. Dieser wurde nun nahezu vollständig auf einem Taschentuch ausgewischt. Nun wird das Modell mit dem Pinsel bearbeitet, wobei ein leichter Grauton auf den Oberflächen und hervorstehenden Teilen verbleibt. Der Mix wurde auch genutzt, um den ebenen Flächen eine leichte Farbvariation zu verpassen. Dieses ist sehr wichtig, da das Panzergrau ansonsten sehr bieder und langweilig aussehen kann. Das echte Panzergrau scheint in staubigen Umgebungen sehr schnell ausgeblichen zu sein. Ein paar Farbabplatzer wurden aufgebracht, mittels eines feinen Pinsels und Tamiya Matt Schwarz gemischt mit einem Schuss Panzergrau.

Die Markierungen wurden mit fotogeätzten Spritzschablonen von Stencilit aufgebracht, das Einheitsabzeichen stammt von einem alten Trockenreibesatz von Verlinden.
Schließlich, nachdem Wanne, Laufrollen, Werkzeuge usw bemalt waren, habe ich das Modell mit Pastellkreide gealtert. Diese habe ich mit einen weichen Schminkpinsel aufgetragen habe. Die Farbtöne variierten hier zwischen Sandfarben, Rostfarben, und Grautönen. Die Rostspuren habe ich mit einen feinen Marderhaar Pinsel aufgetragen. Als Farbe verwendete ich Plakatfarbe in rotbraun.
Die Ketten überzog ich mit mattschwarzer Farbe aus der Airbrush. Bearbeitet diese nach 2 Stunden Trocknungszeit mit einen Lappen den ich mit der rostbraunen getränkt hatte. Wischte diese wieder mit einen trockenen Lappen ab. Dann machte ich ein Drybrushing mit Alufarbe und schon waren diese fertig zum aufziehen.

Wenn Ihr noch mehr Bilder von diesen Diorama sehen wollt besucht einfach meine Homepage. Dort wird in nächster Zeit dieses Modell vorgestellt. Modellbau-im-Detail.de.tc

Christian Büttner, Herzogenaurach