Ju 52
An allen Fronten im Einsatz

 
Autor : Manfred Griehl
Verlag : Podzun Pallas Verlag
Reihe : Waffenarsenal Spezial 65
ISBN : 3-7909-0761-8
Preis : 10,10 Euro

Manfred Griehl dürfte den meisten Flugzeug-Modellbauern als Luftfahrthistoriker ein Begriff sein. Gleiches gilt auch für das Thema dieses Sonderbandes aus der renommierten Waffen-Arsenal-Reihe, die "Tante Ju" Junkers 52/3m (für die, die mit der Materie doch nicht so vertraut sind: "3m" bezeichnet die ganz überwiegend gebaute und eingesetzte dreimotorige Version der Ju 52 - die Maschine war ursprünglich als einmotoriger Transporter konzipiert).

Das vorliegende 50-seitige Heft erfreut uns auf ca. zwei Dritteln mit zahlreichen schwarz-weiß Fotos von mäßiger bis guter Qualität, die diese Maschinen überwiegend im Einsatz zeigen. Viel neues kann ich nicht entdecken, von einigen mir bisher unbekannten Kuriositäten mal abgesehen wie der Anlassstange mit Gummischlaufe, die es dem Wart ermöglichte, auch den erhöht sitzenden mittleren Motor ohne Podest oder Leiter anzuwerfen oder den zum Nachbau reizenden Erprobungsmaschinen der Junkerswerke mit "fremdem" Testmotor in der mittleren Position. Doch leider haben wir es hier, wie bei auch allen anderen abgebildeten Maschinen mit Einzelfotos zu tun, so dass für den Modellbauer, der eines der Flugzeuge nachbauen möchte noch viel Recherche ansteht. Interessante Abbildungen zeigen eine Maschine der österreichischen Luftwaffe in Vorkriegstarnung, Maschinen der Legion Condor, mehrere frühe als Behelfskampfmaschinen ausgerüstete Ju 52 der Luftwaffe sowie Maschinen im Schleppflug mit DFS 230-Lastenseglern und beim Absetzen von Fallschirmjägern. Zahlreiche weitere Aufnahmen gelten bruchgelandeten oder sonstigen beschädigten Maschinen.

Der Text beschränkt sich im wesentlichen auf knappe Zusammenfassungen der Teilnahme von Ju 52 an den Kampfhandlungen auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen. Etwas genauer geht der Autor auf die Luftversorgung der zahlreichen Kessel an der Ostfront, vornehmlich natürlich Stalingrad ein. Hier wie auch in den anderen Abschnitten vermisst man genaue Angaben der teilnehmenden Luftwaffeneinheiten, diese hätten jedoch sicher den Rahmen des Heftes gesprengt. So erhalten wir hier für 10,10 einen Bildband für alle Freunde des "Arbeitspferdes" der Luftwaffen-Transporteinheiten. Für Modell-bauer gibt das Fotomaterial jedoch nur wenig neues her, und der Luftfahrthistoriker würde sich sicher etwas mehr Hintergrund wünschen.

Utz Schißau (Berlin)