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Mil Mi-24 - Der fliegende Panzer

Hasegawa und Revell - Maßstab 1/72

Original:

Der Mi-24 wurde auf Basis der Mi-8 entwickelt. Er erhielt einen vollkommen neu gestalteten Rumpf mit vergleichsweise schwerer Panzerung. Der Hubschrauber sollte als schwer bewaffneter Kampfzonentransporter dienen. Die ersten Serien der Mi-24 hatten noch eine eckige Verglasung der Kabine für die drei- oder vierköpfige Besatzung. Im Rumpf wurde ein Transportraum mit Platz für acht voll ausgerüstete Soldaten eingerichtet. Angetrieben wurde der Hubschrauber von zwei Isotow TW3-117WM-Wellenturbinen.

In den Jahren 1970 und 1971 fanden die Einsatztests und die staatlichen Prüfungen für die Musterzulassung statt. Die Serienproduktion startete nach der Fertigung von zehn Vorserienmaschinen im Frühjahr 1972.

Ab der Version D kamen im Rumpf eine zweisitzige Kabine und ein bewegliches, vier-läufiges 12,5 mm MG YakB-12,5 im Kinnturm zum Einsatz . Zur defensiven Bewaffnung erweiterten Fackelwerfer und verschiedene elektronische Geräte die Ausrüstung. Die zusätzliche Masse wurde durch den Einbau leistungsgesteigerter Turbinen ausgeglichen.

Aufgrund seiner umfangreichen optischen und elektronischen Ausrüstung kann der Mi-24 zu jeder Tageszeit und unter fast allen Wetterbedingungen direkt über dem Erdboden handeln. Die Maschine kann kurz aus der Deckung auftauchen, das Ziel anvisieren, die Raketen starten und wieder hinter der Deckung verschwinden.

Trotz seiner vergleichsweise hohen Masse ist der Mi-24 ein bemerkenswert schneller Hubschrauber, nicht zuletzt weil er im Gegensatz zu anderen Kampfhubschraubern über ein aerodynamisch günstiges Einziehfahrwerk verfügt. Dies führt allerdings zu schlechteren Notlandeeigenschaften. (Ausfahren des Fahrwerkes bei geringer Flughöhe dauert zu lange.)

Die Flügel des Mi-24 tragen im Vorwärtsflug etwa 25 % zum Auftrieb bei. Umgekehrt bedeutet dies aber auch, dass es bei scharfen Wendungen mit niedriger Geschwindigkeit zu übermäßigen Auftriebsverlusten und Rollen des Helikopters kommen kann. In diesen Flugsituationen muss daher besonders aufmerksam und vorsichtig manövriert werden.

Ihre erste Bewährungsprobe erhielten die Hubschrauber im Afghanistankrieg. Aufgrund der starken Panzerung der Mi-24 positionierten sich die Mudjahedin oft auf Berggipfeln und nahmen die in den Tälern fliegenden Hubschrauber von oben unter Feuer, wo sie verwundbarer waren. Die Bewaffnung mit dem vierläufigen 12,5mm MG hat sich aufgrund zu geringer Durchschlagskraft nicht bewährt. Deshalb erhielten spätere Modelle eine doppelläufige 30mm- Kanone

Seit November 2003 ist der Superhind G auf dem Markt. Er ist eine Gemeinschaftsentwicklung verschiedener Avionikunternehmen, kann mehr Last aufnehmen, ist schneller und effektiver als seine Vorgänger.

Die südafrikanischen Firma Advanced Technologies & Engineering Co. Führt zur Zeit ein Upgrade des Mi-24 mit verbesserter Avionik und Bewaffnung durch.("Super Hind" Mk.III)

Aufgrund seiner weiten Verbreitung in vielen Ländern wird der Mi-24 noch viele Jahre im Einsatz zu sehen sein.

Mi-24A (Natokennzeichnung Hind-A, B und C )

Der Mi-24A stellt die erste Serienversion des Mi-24 dar, die ab 1972 in Dienst gestellt wurde. Als Hind-B bezeichnete die NATO irritierender Weise die Vorserienmaschinen. Bis 1974 wurden ca. 240 Maschinen gebaut, von denen auch einige Maschinen nach Libyen oder Ägypten exportiert wurden. Die Einheiten setzten den Hind meist nicht als Gefechtsfeldtransporter, sondern als reinen Kampfhubschrauber ein.

Hauptunterschied zu den späteren Versionen war, die große Glaskabine mit nebeneinander liegenden Sitzen für Pilot und Copilot. Die vorderen Plätze konnten jeweils durch eine nach oben klappbare Glastür betreten werden. Das Cockpit wurde gepanzert, bot aber aufgrund der großflächigen, eckigen Verglasung nicht viel Schutz. Zur Abwehr von biologischen oder chemischen Kampfstoffen verfügte das Cockpit über eine Druckbelüftung.

Der Rumpf wurde in Halbschalenbauweise ausgeführt und Zelle gegenüber den Vorserienmodellen etwas gestreckt, um das halbautomatische Raduga-F Zielsystem für die Panzerabwehrraketen zu integrieren. Eine Geschützkamera S-13 war auf dem innersten Pylon des linken Flügels montiert. Die dynamischen Komponenten wurden vom Mi-8 übernommen, allerdings wurde der fünfblättrige Hauptrotor im Durchmesser um ca. 3 m verkleinert. Der Heckrotor war ursprünglich rechts montiert und ebenso wie der Hauptrotor mit einem Enteisungssystem versehen. Bei späteren Modellen innerhalb der A- Serie erfolgte die Verlegung des Heckrotors auf die linke Seite.

Als Turbinen entschied man sich für zwei Isotov TV3-117A mit einer Leistung von je 1.268 kW (1.700 Wellen-PS), die sich allerdings als wenig zuverlässig erwiesen. Die beiden Turbinen ordnete man, wie beim Mi-8, nebeneinander an. Darüber befand sich der Ölkühler. Hinter dem Hauptgetriebe wurde eine Ivchenko AI-9V APU (Auxiliary Power Unit) installiert, mit deren Hilfe die Turbinen gestartet wurden.

Das Dreipunktfahrwerk war einziehbar, das Bugfahrwerk doppelt bereift und das Hauptfahrwerk jeweils einzeln. Der Frachtraum konnte acht voll ausgerüstete Soldaten beherbergen und durch zwei in der Horizontale geteilte Zugangsklappen betreten werden. Die nach unten schwingende Klappe verfügte über eine Trittstufe. Der Laderaum war gegen Beschuss von Handfeuerwaffen im Kaliber bis 7,62 mm gepanzert.

Hinter den Zugängen zur Kabine befanden sich beidseitig sehr große Stummelflügel mit einem hohen Anstellwinkel mit einer negativen V-Stellung und nach unten geknickten Enden. Sie ermöglichten die Montage von jeweils zwei Pylonen. An den abgeknickten Flügelenden konnten zur Panzerabwehr je 1 Paar Startschienen für Raketen 9M17M (AT-2 "Swatter") mitgeführt werden konnten. Eine einzelne Afanasyev TKB-481 Bordkanone war im Bug montiert und besaß das Kaliber 12,7 mm. An den Stummelflügeln konnten Behälter mit Kanonen, ungelenkten Raketen, Granatwerfern oder auch Bomben mitgeführt werden. Im Frachtraum konnten auch zwei Schützen Platz nehmen, die PK oder PKT Maschinengewehre bedienten.

Mi-24D (Natokennzeichnung Hind-D)

Da sich im Truppengebrauch schnell die Mängel des Mi-24A herausstellten (u.a. mangelnder Panzerschutz des Cockpits und unzureichende Bewaffnung), ließen Weiterentwicklungen nicht lange auf sich warten. Das OKB führte grundlegenden Änderungen ein, die schließlich im Bau der Mi-24D gipfelten. Die ersten beiden Prototypen wurden 1972 fertiggestellt. Insgesamt wurden bis 1977 ca. 350 Stück gefertigt.

Die größte Modifikation war die völlige Umgestaltung des Cockpit- und Frontbereichs. Man entschied sich für ein Tandemcockpit, bei dem der Copilot gleichzeitig die Funktion des Schützen übernahm und im vorderen Position einnahm. Der Pilot saß erhöht dahinter. Zur besseren Rundumsicht legte man die Seiten- und Deckflächen der Verglasung kuppelförmig aus. Der Zugang erfolgte für den Piloten rechtsseitig über eine vorn angeschlagene Tür, während der Vordermann seinen Platz über eine nach oben schwingende, linksseitige Luke erreichte. Verwendet wurde Panzerglas von erheblicher Dicke, um eine Beschusssicherheit gegen Handfeuerwaffen zu erreichen. Zusätzlich wurde die Besatzung noch durch eine Titanwanne geschützt, die das gesamte Cockpit umgab und so optimalen Schutz gegen Bodenbeschuss oder bei Abstürzen mit hohen Fallgeschwindigkeiten bot.

Die Instrumentierung bestand vollständig aus analogen Instrumenten. Das vordere Cockpit war mit einem elektro-optischen KPS-53AV Richtsystem für die Bordkanone und rechts neben dem Besatzungsmitglied montierter Zieloptik und Steuerungssystem für die Panzerabwehrraketen ausgestattet. Die S-13 Geschützkamera wurde an die linke Flügelspitze verlegt, da an der alten Position die Leistungsfähigkeit durch Rauchentwicklung beim Start ungelenkter Raketen eingeschränkt wurde.

Der Pilot erhielt einen DISS-15D Kartenmonitor, auf dem wichtige Navigationspunkte angezeigt werden konnten. Beide Cockpits konnten beheizt und belüftet werden. Sowohl um das Cockpit, als auch um die Triebwerks- und Getriebekomponenten wurden abschnittsweise Stahlplatten von 5 mm Stärke als zusätzlicher Panzerschutz montiert. Das gesamte elektrische Bordnetz wurde redundant ausgelegt und verfügte über drei Generatoren, die 36 V, 115 V und 208 V Wechselstrom in der Frequenz von 400 Hz oder 27 V Gleichstrom liefern konnten. Hinter der Passagierkabine und unter dem Boden befanden sich jeweils zwei Treibstofftanks. An den Pylonen der Stummelflügel wurden des Weiteren Anschlussstellen für Zusatztanks hinzugefügt. Die Struktur der Stummelflügel erfuhr eine wesentliche Verstärkung zur Nutzung höherer Kampflasten.

Die Leitkanten der Blätter wurden mit einem Erosionsschutz versehen und konnten elektrisch enteist werden. Eine starre Trimmklappe wurde am Ende der Hauptrotorblätter installiert. Vor den Turbinen wurden nachträglich in den 80er Jahren halbkugelförmige PZL-Fremdkörperabscheider installiert, um grobe Schmutzpartikel von der Turbine fernzuhalten und somit einen störungsfreieren Betrieb zu gewährleisten. Den rechtseitigen, dreiblättrigen Heckrotor des Mi-24A verlegte man auf die linke Seite, da diese Anordnung eine höhere Leistungsfähigkeit und eine geringere Geräuschentwicklung versprach, und fertigte ihn aus Aluminiumlegierungen.

Eine weitere starke Umgestaltung erfuhr der Bug. Die kantigen Formen wichen Rundungen, rechtsseitig auf Höhe des Vordercockpits wurde eine einem Staurohr ähnliche Konstruktion zur genauen Messwertbestimmung von Geschwindigkeit und Windgeschwindigkeit/ -richtung u.ä. montiert, unterhalb der Bordkanone fanden die Zieloptiken Platz. Unter der rechten Seite des Bugs befand sich eine bullige Floße, die ein restlichtverstärkendes TV-System, eine Infrarotoptik (FLIR) und einen Laserentfernungsmesser trug. Der TV- und FLIR-Sensor konnte durch zwei ferngelenkt zur Seite ziehbare Panzerplatten abgedeckt werden. Die Bilder der Optiken wurden auf einem linksseitig montieren Okular im Vordercockpit dargestellt. Unter der linken Seite des Bugs wurde das halbautomatische Steuerungssystem Raduga-F für die AT-2 Swatter, die Panzerabwehrbewaffnung, unter einer tropfenförmigen, rundlichen Abdeckung montiert. Aufgrund der Sensoren und Optiken unter dem Bug musste das Bugfahrwerk vergrößert werden, um die erforderliche Bodenfreiheit zu gewährleisten. Zur Ausstattung gehörte ebenfalls der SPO-15 Beryoza Radarwarnempfänger, Karat M24 und SPU-8 Kommunikationssysteme, der VUAP-1 Autopilot (der Hind ist bis heute einer der wenigen Helikopter, die über einen Autopiloten verfügen), ARK-15M oder ARK-U2 Kompasssysteme und ein RV-5 Höhenmesser.

Die Bordkanone wurde ebenfalls ausgetauscht. Die neue vierläufige, nach dem Gatling-Prinzip funktionierende Yakoushew/Borzow "YakB-12.7" Bordkanone besaß kinnlafettiert im USPU-24 Turm eine maximale Kadenz von 4.000 Schuss pro Minute und es wurden 1.470 Schuss der 12,7 mm Munition mitgeführt. Der Turm konnte in der Senkrechten um 20 Grad erhöht und um 40 abgesenkt werden, während eine horizontale Drehung um jeweils 60 Grad möglich war. Gleichzeitig war es möglich den Kinnturm in der Nullstellung zu verriegeln, was den Zweck hatte, dass auch der Pilot mit einer fixierten Optik auf die Bordkanone zugreifen konnte. Als Panzerabwehrflugkörper sollten die funkgesteuerten 9M17P Falanga-P und Falanga-PV mit SACLOS Steuerungssystemen mitgeführt werden. Die restliche Bewaffnung an den Pylonen ist mit der des Mi-24A identisch.

Der Mi-24D fand im Afghanistankrieg erstmals gefechtsmäßige Anwendung, was einige Verbesserungen des Selbstschutzes mit sich zog. So installierte man teilweise an den Abgasöffnungen ein System, dass die heißen Abgase mit der kälteren Umgebungsluft durchmischt, eine Radarwarnanlage, einen Fackelwerfer und einen IR-Störer. All diese Geräte stammten aus den Nachfolgemodellen.

Mi-24P (Natokennzeichnung Hind-F)

Dieser Typ stellte eine weitere Entwicklung aus dem Hind-D dar, dessen Serienproduktion 1981 begann. Der Hauptunterschied bestand im Einbau der GSh-30k Zwillingskanone im Kaliber 30 mm, womit auch der Spitzname Pushka (Kanone) seinen Ursprung fand. Zu diesem Schritt entschloss man sich, als sich die ungenügende Leistungsfähigkeit der vierläufigen YakB-12,7 im Afghanistankrieg herausstellte. Erste Versuche mit der Kanone unternahm man mit Mi-24D, die in Pods eine GSh-30k trugen und damit allerdings weniger Raketen mit sich führen konnten. Die endgültige Montage erfolgte aufgrund der Rohrlänge der Kanone nicht wie in den Vorgängermodellen in einem Kinnturm, sondern auf der rechten Seite starr unterhalb des Cockpits. Die damit nicht mögliche unabhängige Richtung akzeptierte man auf Grund des Gewinns an Feuerkraft. Somit musste nun die gesamte Maschine auf das Ziel ausgerichtet werden. Etwa 750 Schuss Munition konnten mitgeführt werden. Aus den Erfahrungen des Afghanistankrieges ergänzte man die Abwehrmaßnahmen durch zwei Dreifach-Blöcke des ASO-2V Fackelsystems hinter den Flügeln, die insgesamt 192 Fackeln verschießen konnten. Die Fackelautomaten wurden teilweise auch an Mi-24D und V nachgerüstet. Weitere Modifikationen stellten sich in Form von Avionikoptimierungen und Zellenverstärkungen dar. Bis zum Produktionsende 1989 fertigte man 620 Maschinen.

Technische Daten (Mil Mi-24D "Hind-D")
Rotorkreisdurchmesser:17,00 m
Rumpflänge:16,80 m
Höhe:5,70 m
Leermasse:8400 kg
Startmasse:11.000 kg
Triebwerk:2 Klimow TW3-117A-Gasturbinen
Leistung:2 1120 kW
Höchstgeschwindigkeit:310 km/h
Marschgeschwindigkeit:295 km/h
Steiggeschwindigkeit:12,5 m/s
Gipfelhöhe:4500 m
Reichweite:750 km
Besatzung:2-3 (1 Pilot, 1 Schütze (Operator), 1 Bordtechniker)
Bewaffnung:1 x 12,7 mm Maschinengewehr, starr (Mi-24A)

1 x 4-läufige YakB 9-A-624 12,7 mm-Revolver-Maschinenkanone in schwenkbarem halbkugelförmigem USPU-24-Turm mit 1470-Schuss Munition (Mi-24D/E)

1 x doppelläufige GSh-30-2 30 mm-Zwillings-Maschinenkanone, starr steuerbordseitig (Mi-24P)

6 Aufhängungen für verschiedene Außenlasten

Die Modelle

Schon längere Zeit trage ich den Gedanken vor mir her, verschiedene Versionen der Mi-24 zu bauen. Deshalb habe ich mir die Mi- 24 Hind A und E von Hasegawa und den älteren Bausatz der Mi-24D mit Sonderbemalung Tigermeet von Revell zugelegt. Der Vergleich der Spritzlinge zeigte, dass der Revell- Bausatz erhebliche Schwächen hat. Insbesondere sind der Kabinenübergang und die Seitenflosse falsch dargestellt, der Rotorkopf ohne Ähnlichkeit mit irgendeiner Mi- 24- Variante und die PALR- Raketenbehälter zu dünn geraten. Da die Mi-24D von Hasegawa aber nicht zu bekommen war, habe ich mir einen 2. Bausatz der E-Variante von Hasegawa zugelegt. Dieser beinhaltet alle Bauteile für eine Mi-24D, lediglich die Bauanleitung und die Abziehbilder stimmen dann nicht.

Mi-24D
Die Mi-24D wurde im Wesentlichen aus der Schachtel gebaut. Nur im Bereich der Kanone fanden Ätzteile von Eduard Anwendung. Diese wurden aus dem Satz entnommen, da sie für den Bau einer Hind F nicht benötigt werden.

Die Kabine ist, wie für Hasegawa typisch, nur recht spartanisch eingerichtet. Abziehbilder an den Seitenwänden stellen die Geräte dar. Da meine Mi-24D durch den Tiger- Look bestechen sollte, blieb der Innenraum mit Ausnahme einiger Sitzgurte ohne Verbesserungen. Die Kabinentüren wurden geschlossen in die Seitenwände eingeklebt.

Der Zusammenbau geht aufgrund der guten Passgenauigkeit der sauber gespritzten Teile zügig voran. Spachtelmasse fand überhaupt keine Anwendung. Die Vorbildgenauigkeit ist sehr überzeugend. Lediglich die großen Abgasöffnungen sind etwas zu klein geraten. Das fällt aber ohne Vergleiche mit dem Original nicht auf, weshalb ich sie trotzdem eingesetzt habe.

Nach Lackierung des Modells mit weißem Glanzlack von Revell wurden die Details mit dem Pinsel aufgemalt und die Abziehbilder angebracht. Dabei hat sich herausgestellt, dass das große Decal für den gestreiften Heckausleger trotz Weichmacher zu starr ist. Ich habe es deshalb wieder auf den Trägerfilm gelegt, trocknen lassen und die schwarzen Streifen einzeln ausgeschnitten. Diese wurden dann mit etwas verdünntem Weißleim auf das orange gestrichene Heck geklebt.

Auf den mir bekannten Fotos wird der Hubschrauber mit dieser Sonderbemalung immer ohne Außenlasten gezeigt. Deshalb habe ich die Raketen auch nicht montiert.

Fazit: leicht zu bauen und sieht gut aus.

Mi-24A
Um meine Mi-24A noch etwas anders als die Mi-24D aussehen zu lassen, entschloss ich mich um Umbau des Modells der Serie 2 in Serie 1

Zuerst wurde der Rumpf zusammengebaut. Leider konnte ich nicht ermitteln, ob eine 3 oder 4- köpfige Besatzung im Cockpit Platz fand. Deshalb beließ ich den Innenraum unverändert.

Der auffälligste Unterschied besteht in der Lage des Heckrotors. Dieser sitzt bei der Serie 1 auf der anderen, der rechten Seite. Der Rotor selbst entspricht von der Form her dem späterer Modelle, er muss sich also anders herum gedreht haben. Möglicherweise stimmt das Profil nicht ganz, aber das fällt nicht weiter auf. Die Neigung der Heckflosse scheint unverändert zu sein. Deshalb habe ich den Stutzen für den Heckrotor einfach abgetrennt, auf der anderen Seite angebaut und die Löcher und Fehlstellen mit Sekundenkleber und Natron verschlossen. Danach wurde das Ganze verschliffen.

Der Hauptrotor der frühen A-Variante besitzt einen etwas anderen Rotorkopf. Die Blätter haben dünne Stiele. Zum Umbau eignet sich der Hasegawa- Rotor besser als der von Revell. Es wurden nur die Blattstiele aus dem Material herausgearbeitet und einige Verbindungsleitungen am Rotorkopf ergänzt. Der kleine Topf auf der Rotorachse kann erhalten bleiben.

An der Rumpfseite soll nach Bauanleitung ein Blech mit Lüftungsschlitzen eingebaut werden. Dieses war bei der ersten Serie des Mi-24A noch nicht vorhanden. Es ist das dem Bausatz beiliegende Alternativteil zu verwenden.

Weiterhin ist zu beachten, dass sich auf der linken Seite ein kleiner Stutzen für die Abgase der Anlassturbine befindet. Dieser wurde durch ein gezogenes und aufgebohrtes Stück Gießast nachgestellt.

Die Lackierung in drei Farbtönen, hellgrau, sand und braun war einfach. Lediglich das Ausschneiden der Masken nahm etwas Zeit in Anspruch. Die Abziehbilder sind zwar nicht sehr zahlreich, lassen sich aber gut verarbeiten. Die rote 77 entstammt der Grabbelkiste.

Als zusätzliches Detail wurden noch die Startkabel der Panzerabwehrlenkraketen AT-2 "Swatter" ergänzt. Nach einem leichten Trockenbürsten waren die Arbeiten beendet.

Fazit: Guter Bausatz, leichter Umbau der sich aber nur durch den Vergleich mit anderen Varianten wirklich lohnt

Mi-24P
Zuerst einmal eine Korrektur zur Bezeichnung. Hinter der Hind E verbirgt sich die Variante Mi- 24W, Exportbezeichnung Mi-35. Diese besitzt nach wie vor das vierläufige MG im Kinnturm und ist nicht mit der Kanonenvariante Mi-24P identisch. Die Mi-24P, und damit die Bausatzvariante ist die Hind F.

Der Bausatz enthält die gleichen Teile wie die Mi-24D und noch einen Rahmen mit speziellen, der Hind F angepassten Teilen. Diese bestehen im Wesentlichen aus einer zweiläufigen 30mm- Kanone, Abgasdämpfern und einer Gerätekonsole für das vordere Cockpit.

Leider ist der Ätzteilsatz von Eduard nur für die D- Variante zu haben, wodurch einige Teile der vorderen Kabine angepasst und im Scratchbau verbessert werden müssen.

Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, habe ich mich entschieden, eine NVA- Maschine darzustellen. An diesen Hubschraubern war eine Reihe von Details etwas anders gestaltet als an der im Bausatz dargestellten Version, die ohnehin nicht alle Feinheiten berücksichtigt.

Der Bau begann mit der Gestaltung der Kabine. Ein Großteil der ca. 300 Ätzteile findet im Innenraum Verwendung, ein Teil, vor allem für die Startschienen der Panzerabwehrlenkraketen, wird nicht verwendet.

Im Innenraum der Nutzlastkabine wurde ebenfalls eine ganze Reihe von Ätzteilen eingesetzt. Bereits zu diesem Zeitpunkt muss man sich entscheiden, ob die Fenster aus dem Bausatz verwendet werden sollen, oder ob man neue Scheiben einsetzt. Die Folie des Eduard- Satzes ist meiner Meinung nach ungeeignet, da das Material zu dünn ist.

Die Mündungen der doppelläufigen 30mm- Kanone wurden durch Stahlprofile zum Rumpf abgestrebt. Dieses Detail fehlt im Bausatz vollständig. Ich habe die Streben durch dünne T- Kupferprofile aus dem Architekturmodellbau nachgebildet.

Bei der NVA wurden die Mi-24P mit Raketenbehältern S-8 (80mm Raketen) eingesetzt. Die eigentlich sehr guten Raketenbehälter UB-32 des Bausatzes können somit leider nicht verwendet werden. Besser sind da schon die Raketencontainer des Revell- Bausatzes geeignet. Jedoch weisen sie am hinteren Ende eine Einziehung auf, wogegen der Behälter bei der NVA durchgehend ausgeformt war. Leider hatte ich in der Ersatzteilkiste keine S-8. Ich habe mir die Mühe gemacht und die Ausschnitte zugegossen und verschliffen. Als Abschluss kam aus optischen Gründen das Lochblech des Ätzteilsatzes zum Einsatz, wohl wissend dass das Lochbild nicht ganz korrekt ist. (Bem.: Dieses Teil hätte nie in den UB-32 des Bausatzes gepasst)

Die 3-fach Fackelwerfer, welche bei den Mi-24P am Rumpf hinter den Stummelflügeln saßen wurden in Eigenregie scratch gebau. Die im Bausatz enthaltenen Werfer am Heckausleger gehören eigentlich zur Mi-24D. Auf mehreren Fotos ist zu sehen, dass die Fackelwerfer mit schwarzen Planen abgedeckt waren. Um nicht die vielen kleinen Löcher herstellen zu müssen, habe ich das bei meinem Modell auch so dargestellt.

Links und rechts hinter dem Cockpit sitzen am Rumpf dicke Antennen mit kugelförmigen Köpfen. Diese wurden aus Plastikresten anhand von Vorbildphotos nachgebaut und angebracht.

An Kleinteilen wurden noch der Einstiegsbügel für den Waffeningenieur (das Bausatzteil ist völlig falsch), das Gestänge zur Abdeckung der Optik am Kinnturm und der Scheinwerfer an der linken Rumpfseite ergänzt. Die Zielkamera an dem linken Flügelende wurde entfernt, da sie bei den NVA- Maschinen nicht vorhanden war.

Als Türen zum Mannschaftsraum sollten die des Ätzteilsatzes zur Anwendung kommen. Sie sind sehr gut detailliert, aber zwei der winzigen Scharniere haben sich mit einem Flug durch die Bastelstube für immer verabschiedet. Ich habe deshalb alle aus kleinen Plastikteilen improvisiert.

Eduard gibt an, die Türen aus dem Klarsichtteil der Kabine zu entfernen. Das ist eine heikle Angelegenheit, wobei noch das vordere, heraus getrennte Teil als offener Einstieg angesetzt werden soll. Bei der Revell- Haube sind die Türen bereits ausgeschnitten, aber aufgrund der fehlerhaften Kontur passt dieses Teil leider nicht auf den richtig geformten Hasegawa- Rumpf. Deshalb habe ich die hintere Tür aus dem Bausatzteil ausgesägt. Für eine neue gibt es eine sehr schöne Lösung aus dem Ätzteilsatz. Die Tür des Waffenoffiziers blieb geschlossen.

An der Außenhaut werden sehr viele Details durch Ätzteile angeboten. Sicher bleibt jedem überlassen, welches Teil er einsetzt. Nicht jedes ist meiner Meinung nach sinnvoll. Die Optik verbessern sie jedoch auf alle Fälle.

Bei der Maskierung für das Tarnmuster ist mir aufgefallen, dass die Abgasdämpfer von Hasegawa nicht mit den in der NVA verwendeten Modellen übereinstimmen. Etwas näher kommen da die Teile von Revell, wobei auch diese den Abgasstrom nicht senkrecht nach oben führen. Ich habe die Abgasdämpfer von Revell eingesetzt und nach oben im Eigenbau verlängert.

Die Lackierung verlief unspektakulär. Vor Anbringung der Decals wurde das Modell mit einer Schicht Klarlack vorbereitet. Die Abziehbilder von Revells Mi-24 sind sehr erfreulicherweise sehr umfangreich, und weisen auch eine NVA- Variante auf. Nach der Trocknung musste ich aber leider feststellen, dass sich - besonders auf den dunkleren Farbtönen - ein hässlicher Silberglanz gebildet hat. Dieser ließ sich auch durch matte Versiegelung nicht beseitigen. Null Punkte für Revell. Der Hubschrauber hätte ohne die Wartungshinweise besser ausgesehen. Ich werde ihn in der Vitrine so stellen müssen, dass der Trägerfilm möglichst wenig schräg einfallendes Licht abbekommt.

Zuletzt erhielten die Blechstöße noch ein leichtes Washing und die Mi-24 wurde mit Ölfarbe trockengebürstet. Die Außenlasten wurden angebracht, die Kabinentüren montiert und einige Kleinteile ergänzt. Die Spitze des Staurohres entstammt dem Revell- Bausatz.

Fazit: leicht zu bauen, aber in Verbindung mit dem Ätzteilsatz von Eduard aufgrund der Vielzahl von Teilen sehr zeitintensiv

Karsten Rummer, Zittau ( 2008)