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Dassault Rafale B

330-EE (cn 307) der E.C. 05/330 "CŰte d'Argent"
NATO Tiger Meet 2006 in Albacete (Spanien)

Modell: Revell
Maßstab: 1/48
Decals: Model Alliance

Das Vorbild

Die Dassault Rafale (französisch Windstoß oder Sturmböe) ist ein strahlgetriebenes Mehrzweckkampfflugzeug französischen Ursprungs.

Die Rafale ging aus dem 1979 gestarteten ACX-Programm hervor, das wiederum aus dem ACT-Programm der Armée de l'Air (1976) und dem ACM-Programm der Aéronavale (1978) hervorging. Ziel war die Entwicklung eines Kampfflugzeuges für beide Teilstreitkräfte. Bereits 1982 begann Dassault Aviation mit der Konstruktion des Technologiedemonstrators, welcher später als Rafale A bezeichnet wurde. Der Erstflug erfolgte am 4. Juli 1986.

Die Rafale A verfügt über ein gutes Schubkraft-Gewichts-Verhältnis von 1,04. Die Entenflügel ermöglichen es dem Flugzeug, genau wie dem Eurofighter, im Überschallbereich ebenso wie im Tiefflug eine hohe Wendigkeit zu erreichem. Dassault folgte einigen der von der F-16 gesetzten Trends und stattete die Rafale mit einer zurückgelehnten Pilotenposition, einer tropfenförmigen Pilotenkanzel mit 360 Grad Ausblick und einem seitlichen Kontrollstick anstelle eines konventionellen Steuerknüppels aus. Eine Anforderung an die Rafale bestand darin, auch beladen mit Geschützen und zwei Luft-Luft-Raketen außerhalb konventioneller Start- und Landebahnen von einer nur 500 Meter langen Flugbahn abheben zu können.

Am 13. Februar 1987 wurde entschieden, die Rafale zu einem voll tauglichen Kampfflugzeug weiterzuentwickeln. Das darauf entwickelte Serienmodell ist kleiner und leichter als das A-Modell, hat somit mehr Leistung und geringere Betriebskosten. Davon versprach man sich auch ein besseres Exportpotential, jedoch gab es bisher keinen erfolgreichen Verkauf ins Ausland.
[Anm.: ausgelassen wird im Wiki der mehrfache Ein- bzw. Ausstieg in das/aus dem Eurofighter Programm]

Der erste von vier Prototypen hob am 19. Mai 1991 ab, die Serienproduktion begann 1997 und die erste Serienmaschine flog am 24. November 1998. Am 4. Dezember 2000 stellte die Aéronavale schließlich als erstes den neuen Flugzeugtyp in Dienst, die Rafale M. Bis 2003 wurde die Flottille 12F als erster Rafale-Einsatzverband komplett ausgerüstet; Ende 2004 sollten die Auslieferungen an die Armée de l'Air beginnen.

Den gegenwärtigen Planungen zufolge sollen 294 Maschinen produziert werden. Die Aéronavale erhält bis 2012 60 Maschinen der Versionen M (Marineeinsitzer) und N (Marinezweisitzer), die Armée de l'Air bis 2020 234 Rafale B (Zweisitzer) und Rafale C (Einsitzer). Die Rafale wird als Mehrzweckkampfflugzeug der Generation 4+ nahezu alle französischen Kampfflugzeuge von Marine und Luftwaffe ersetzen und somit zum neuen Standard der französischen Streitkräfte werden.( Quelle: Wikipedia Dassault Rafale, )

Leider ist das Wiki schon etwas älter, so dass die Versionsunterschiede bzw. -bezeichnungen neueren Datums nicht erklärt werden. Ausführlicher ist das englische Wiki Dassault Rafale (en). Kürzlich wurde die Kampferprobung der Rafale von Aéronaval und Armée de l'Air in Afganistan begonnen. Aktuelle Pressemeldungen (April 2007) vermelden erste Bodenangriffe mit der Rafale F.2. (Fotos der Tigermaschine und anderer Rafale's gibt's bei airliners.net: Rafale Tiger)

Das Modell

Irgendwann hatte ich mir dieses Modell mal sehr günstig bei einem großen Onlineauktionshaus erstanden. Ziel war eigentlich der Einsatz der sehr guten R550 Magic von Revell bei meinem Mirage F.1 Projekt.

Nun, dieses Projekt ruht immer noch, aber Model Alliance brachte letztes Jahr einen Decalsatz zum Tiger Meet 2006 in Albacete heraus. Er enthält Markierungen für eine Mirage F.1 der Spanischen Luftwaffe und für die 330-EE der Armée de l'Air in Tiger Sonderbemalungen. Da ich das Modell schon herumliegen hatte, besorgte ich mir einfach noch die Decals bei Aerospezial (übrigens sehr zu empfehlen!!) und legte los.

Zunächst bemerkte ich, dass ich dieses Modell schon mal angefangen hatte .. na ja was soll's, ich hatte zum Glück noch nichts versaut und das ganze sollte ohnehin OOB (out of the box) laufen. Wie fast immer geht es mit dem Cockpit los. Dieses ist recht gut detailliert, auch wenn man hier mit Schleudersitzen etc. aus dem Zubehörmarkt einiges verbessern kann. Ich bin ziemlich sicher, dass das Modellcockpit nicht mehr dem aktuellen Stand entspricht, konnte aber leider keine hundertprozentigen Details (geschweige denn Fotos) finden. Also alles hier direkt aus dem Karton und ohne viel Federlesens. Ich habe den Pilotenarbeitsplatz dunkelgrau (fast schwarz) eingefärbt, da ich auf einigen Fotos diesen Eindruck gewann. Es gibt aber auch andere bei denen ein hellerer Grauton die Kanzeleinrichtung ziert. Wie auch immer, zu sehen ist später davon nicht mehr viel, gerade bei geschlossener Kanzel.

Der Rest war zügig komplettiert. Buggewicht nicht vergessen! Ich habe den Nasenkonus mit Bleischrot gefüllt und mit Weißleim verklebt. Ärgerlich ist der Freiraum hinter den Lufteinläufen. So etwas wird heute besser gelöst, aber der Bausatz hat ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Übrigens ist dies eines der besten Revellmodelle, die ich kenne: feine versenkte Gravuren und sehr gute Passgenauigkeit erfreuen den Modellbauer (das Beste ist nachwievor die Ju 52!!). Wenn man dagegen den nagelneuen Eurofighter (1/48) aus gleichem Hause vergleicht, ist dies ein gewaltiger Rückschritt!



Nun warten noch einige Außendetails, die dem aktuellen Original angepasst werden müssen. Zum einen ist dies der linke Sensor in Flugrichtung (siehe Bilder oben wie im Bausatz vorhanden), der auf Fotos anders aussieht. Ich vermute, dass er zurückgeklappt werden kann, wenn er nicht gebraucht wird --- handfeste Informationen konnte ich dazu aber nicht finden. Also habe ich ihn entsprechend der Fotos angepasst.

Eine weitere äußerlich Diskrepanz sind die "Chaff/Flare Dispenser" (Täuschkörperwerfer) rechts und links am Heck. Hier half ein Walk Around einer Rafale M im Internet: Rafale M (F.1) No.6. man kann diese auch als Zubehör von Skyraider Model Designs bekommen. ich habe einfach den entsprechenden Bereich mit dem Motortool ausgesägt und mit "plastic sheet" und Papier eine kastenförmige Vertiefung gebaut. Mit Magic Sculp habe ich den hinteren Bereich angepasst und die Werferabdeckungen nach der Bemalung mit Decals dargestellt.

Nun ging es an die Farbgebung. Nach einigem hin und her konnte ich die richtige Farbe finden --- der angegebene Modellmaster Farbton war irreführend, richtig ist 1741 Dark Ghost Gray FS 36320. Zunächst wurde die Kanzel in Klear (Future) gebadet und staubsicher trocknen gelassen. Dann habe ich die innen an der Kanzel aufgeprägten "Ohren" mit MM1741 bemalt (wie auf den Fotos bei airliners.net zu sehen) und aufgeklebt. Die Maskierung erfolgte mit Tamiya Tape. Daraufhin wurde die Kanzel Schwarz grundiert. Das gesamte Modell wurde nun weiß grundiert. Da das Leitwerk rechts Weiß und links Orange grundiert sein muss, wurde die entsprechende Seite gelborange gespritzt und beide Bereiche abgeklebt (die kleinen Flossen werden später montiert). Anschließend wird alles mit MM 1741 gespritzt und nachdem die Farbe angetrocknet war wurde das leitwerk demaskiert. Mit Klear erfolgte die Vorbreitung für die Abziehbilder. Obwohl die Anleitung ausdrücklich von der Verwendung von Weichmachern abrät, habe ich Daco grün und später auch orange zum Anbringen der Decals benutzt.

Die Abziehbilder passen im Bereich des Leitwerks nicht ganz (die Rückenlinien der Tiger sollten eigentlich an der Vorderkante des Leitwerks zusammentreffen und die Pfoten sogar noch etwas tiefer hängen). ob dies am Bausatz (ich habe irgendwo gelesen, er sei 1/47) oder an einem ungenau ausgeführten Decalsatz liegt, ist unklar. Der Unterschied wird aber wohl nur wenigen auffallen. Alles andere passte recht gut. Die Wartungshinweise aus dem Decalsatz sind eine schwache Kopie der Revell Markierungen und beide nicht mehr aktuell. Sie wurden weitestgehend nach den Fotos der 330-EE angebracht und sind halbwegs akkurat. Größter Ausreißer ist wohl das Warndreieck über den c/f dispensern, die viel kleiner sein müssten.

Nachdem nochmals alles versiegelt worden ist (Klear), erfolgte ein Washing mit Ölfarben (kaltes Grau und Umbra Natur mit Humbrol Enamel Thinners verdŁnnt). Da ich hiermit noch nicht so viele Erfahrungen habe, gelang es nicht einhundertprozentig und ich habe mit meinem üblichen Wasserfarbenwashing nachgeholfen. Alles sollte aber recht dezent gehalten werden, da die Maschine ja nicht sehr alt und gut gewartet ist. nun wurden die verbliebenen, separat bemalten Kleinteile angebracht: Fahrwerksklappen, die kleinen Flossen am Leitwerk, Zusatztanks (die auch etwas überarbeitet wurden) und die MICA Raketen, die entsprechend der Fotos angepasst und hinten aufgebohrt wurden. Anschließend wurde Alles mit Seidenmatt von Peddinghaus "eingeebnet". Zum Abschluss wurde die Kanzel demaskiert, sowie unzählige Klarteile für die Positionsleuchten, die Räder und die mit MM Burnt Iron bemalten Schubdüsen angebracht. Et voilà!

Fazit: Ein verkannter Bausatz dessen Bau mir Spaß gemacht hat! Aber wie das mit den modernen Jets so ist: er verbraucht eine Menge Ressourcen ... in der Vitrine. Vielleicht denkt Revell mal an eine Wiederauflage ...

Steffen Arndt, Schwerin (April 2007)