Fouga CM. 170 Magister - "Exotic Air Forces"

Special Hobby SH72284 - Spritzguss mit Resinteilen - 1/72

Vorbild: Die Fouga CM. 170 Magister entstand ab 1949 aus dem mittels Turbinen angetriebenen Segler CM. 8-R13. Der erste Prototyp wurde im Juli 1952 vorgestellt. Von diesen doppelsitzigen Strahltrainer wurden von der französischen Luftwaffe zunächst nur zehn Exemplare bestellt. Ab 1954 folgten dann weitere Bestellungen.

Die deutsche Luftwaffe erhielt im Mai 1957 die ersten zwei, noch in Frankreich produzierten, Fouga Magister mit ihrem typischen V-Leitwerk. Bei der Luftwaffe und der Marine wurde die Magister bis 1969 eingesetzt. Insgesamt erhielt man damals 62 Exemplare auf Frankreich. Bei der Flugzeug Union Süd(Heinkel und Messerschmitt) baute man 188 weitere Maschinen. Alle deutschen Fouga Magister hatten keine Schleudersitze. Sie waren mit zwei MG's ausgerüstet. Weiterhin konnten sie mit Luft-Boden-Raketen oder Bomben unter den Tragflächen ausgerüstet werden. Nach der Außerdienststellung gingen die ehemals deutschen Magister u.a. nach Israel oder Algerien.



Bausatz: Schon zur Spielwarenmesse 2015 wurden erste Spritzlinge der Fouga Magister gezeigt. Es dauerte fast ein Jahr, bis dieser neue Bausatz erschien. Zuvor gab es allerdings eine CM. 175 Zéphyr in 1/72. Nun gibt es als ersten Bausatz die Magister mit exotischen Markierungen. Diese haben bei den großen Herstellern meist keine Chancen. Ich finde es eine gute Idee, die man dort in Prag realisierte.



In der attraktiven aber unpraktischen Schüttbox befinden sich gut verpackt vier graue Spritzlinge mit 117 Einzelteilen, einen klaren Rahmen mit 17 Teilen, fünf Resinteile, ein Decalbogen und die sehr gute gestaltete mehrfarbige Bau- und Bemalungsanleitung. Die Teile sind zum Teil schon aus dem Bausatz der CM. 175 bekannt.



Der Bau beginnt auch hier mit dem Cockpit. Hier soll man die Instrumentenbretter mit jeweils einem Decal versehen. Bei den beiden Pilotensitzen muss man paar Sitzgurte ergänzen. Leider liegen diese nicht bei. Ansonsten wirkt das Cockpit sehr komplett.



Im Rumpfbug muss ein Gegengewicht ergänzt werden. Sehr schön ist auch das Innere der Lufteinläufe. Dort hat man ein paar Teile der Triebwerke nachgebildet. Das Schmetterlingsleitwerk hat scharfe Hinterkanten. Diese findet man ebenfalls an den Tragflächen. An deren Enden verbaut man kleine klare Positionsleuchten. Die Fahrwerksschächte sind gut detailliert und werden einzeln eingeklebt. Auch beim Fahrwerk selbst hat special hobby einen guten Job gemacht.



Vor der Außenlackierung sollte man sich für einen der vier Exoten entschieden haben. Hier gibt es bei den Antennen einige Unterschiede. Schön sind die Klarsichtteile für die Cockpitverglasung. Diese können auch offen angeklebt werden. Bei CMK gibt es jeweils separat Räder und Sitze aus Resin. Ob diese notwendig sind, das muss ein jeder selbst entscheiden.

Die Decals sind tadellos auf hellblauem Trägerpapier im Register bei Catograf gedruckt. Bei den Farbangaben verweist man das System von GUNZE.

 

Bemalungen:

Fazit: Ein toller Bausatz der Fouga Magister in 1/72 für den fortgeschrittenen Modellbauer. Insbesondere gefallen mir die exotischen Bemalungen. Wann findet man schon ein libanesisches Vorbild in 1/72

In Deutschland werden special hobby-Bausätze für Händler über Glow2b (zu erreichen über www.glow2b.de) vertrieben.

Literatur:

Fouga Magister, White Series No. 9127
Tine Soetaert
MMPBooks 2015
ISBN 978-83-63678-38-8.

Volker Helms, Godern (Februar 2016)