Focke Wulf Fw 189A-1

Revell 04294 - 1/72

Vorbild: Die Focke-Wulf Fw 189 war eine der ungewöhnlichsten Konstruktionen des WK II. Sie war als Nahaufklärer zu Beginn des Krieges hochmodern und optimal für den Zweck konstruiert. Der einzige Nachteil war später die zu geringe Geschwindigkeit. Nach dem Verlust der Luftüberlegenheit an allen Fronten zeigte es sich dann auch schmerzlich. Noch nach dem WK II diente sie als Vorbild für die sowjetische Suchoi Su-12.

Ab 1937 entstand die Fw 189A aufgrund einer Ausschreibung des RLM für ein Nahaufklärungsflugzeug. Mitbewerben waren die Ar 198 und die BV 141. Der Erstflug fand im Juli 1938 statt. Ab 1940 begann die Serienfertigung mit dem Argus As-410A-1 und 465 PS-Startleistung. Immerhin wurden bis zur Einstellung der Produktion 846 Exemplare aller Versionen gebaut. Nach 1942 benötigten die Aufklärer auch an der Ostfront Jagdschutz. Die Abwehrbewaffnung bestand bei der A-1 aus zwei MG15 und zwei MG 17 in den Flügelwurzeln. Bei der A-2 wurden die MG 15 durch MG 81Z ersetzt.

Bausatz: Wie schon erwartet handelt es sich hier um einen Bausatz, der seinen Ursprung in Tschechien hat. Im Ursprung erschien der Bausatz unter dem Label "Condor", wurde dann mit Resinteile aufgewertet und unter MPM vermarktet. Vor einigen Jahren gab es auch eine Auflage bei Italeri. Nun hat sich Revell des Kits angenommen. Wer sich die Teile ansieht, der stellt fest, dass es nun sog. "Locations" gibt. Kurz gesagt ein Teil hat eine Bohrung und das Gegenstück einen Stift. Die sind jetzt vorhanden und auch die Bohrung für die Abwehrbewaffnung ist nun in der Verglasung.

Die drei Spritzgussrahmen enthalten sehr schön detaillierte Teile. Nicht immer sind sie gratlos. Insgesamt bin ich vom guten Zustand der Form und den Änderungen überrascht. Die Instrumente werden mittels Decals dargestellt. Sitzgurte sucht man natürlich hier vergebens. Davon abgesehen kann ein recht ordentliches Modell der 189 entstehen.

Wer mehr möchte, der muss noch ein wenige Geld ausgeben. Das zur MPM-Gruppe gehörende Unternehmen CMK bietet jeweils ein Set für Innen und Außen an. Von eduard gibt es ein Maskenset, welches man bei dieser großen Spritzgussglaskanzel nur empfehlen kann. Aufgrund der außergewöhnlichen Form des Originals ist der Bausatz nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Das gilt insbesondere für die Leitwerkskonstruktion, die an die Tragfläche anzupassen ist.



Bauanleitung und Decals sind sehr gut. Bei letzteren gibt es sehr viele Wartungshinweise und Warnlinien.

Bemalungen:

  1. Fw 189A-1 V7+1J, 1.(H)32, Pontsalnjoki, Nordmeerfront 1943;
  2. Fw 189A-1, H1+EN, 5.(H), südliche Ostfront 1943.

Fazit: Hier hat Revell einen Bausatz aus Tschechien für den deutschen Markt "bearbeitet". Trotz Skill-Level 3 sollte man schon ein wenig Erfahrung haben.

Volker Helms, Godern(Januar 2009)

Literatur:

Focke-Wulf Nahaufklärer Fw 189 A "Uhu" -Schulflugzeug Fw 189 B "Eule" und Schlachtflugzeug Fw 189 C Entwicklung, Produktion und Einsatz,Hans-Peter Dabrowski,Stedinger Verlag, Lemwerder 2008, ISBN 978-3-927697-53-9, 39,50 .