Airbus A 340-300 "Wiener Philharmoniker"

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Vorbild: Mit der Einführung der A 340/330 Famillie in den frühen 90er Jahren hat Airbus den Schritt zum kompletten Flugzeughersteller hin vollzogen. Denn nun hatte man endgültig die Produkte, um den Rivalen aus den USA entgegen zu treten. Dabei muss man sagen, das der A 340 die MD-11 und gewissermaßen McDonnell Douglas als ganzen Hersteller auf dem Gewissen hat. Aber der Wettbewerb schläft nie, denn aktuell macht die Boeing 777 dem 340er das Leben sehr schwer.



Der Startschuss für das A 340/330 Programm wurde offiziell am 5.Juni 1987 auf der Paris Air Show gegeben, nach dem schon seit 1980 erste Studien und Definitionsphasen liefen. Launch Customer war Lufthansa mit einer Order für 15 Stück geworden. Am 4.Oktober 1991 wurde der erste A 340-300 aus dem Werk in Toulouse gerollt. Der 25.10.1991 sah den Jungfernflug des neuen Vierstrahlers. Am 2.Februar 1993 konnte dann der erste 340er an Lufthansa übergeben werden. Das Programm findet seinen vorläufigen Höhepunkt in der A 340-500 und -600, einer Weiterentwicklung mit neuen Triebwerken und Tragflächen sowie verschiedenen Streckungen des Rumpfes.

Am 10.Januar 2006 hat Austrian Airlines mit der Sonderlackierung des A-340-313E (cn.263) OE-LAL wieder besondere Akzente gesetzt. Dabei trägt der Langstreckenjet das Sinnbild für Österreichische Kultur, die Wiener Philharmoniker, hinaus in die Weite Welt. In einer Zusammenarbeit zwischen AUA, den Philharmonikern und der Münze Österreich wurde die Sonderbemalung entworfen. Diese besteht aus 230 einzelnen Folien, welche rund 600 m bedecken und dabei rund 70 Kg wiegen. Für das Bekleben waren 520 Mannstunden Arbeit notwendig. Diese wurde in der Wartung von Austrian in Wien-Schwechat erbracht.

Der A 340-300E ist ein Tiefdecker mit 4 CFM56- 5C4 Triebwerken mit je 151 Kn Schub. Böse Zungen beschreiben ja den 340er als das einzige Flugzeug mit 5 APUs, da die Schubkraft im Verhältnis zu den 271.000 Kg maximaler Abflugmasse recht bescheiden ausfällt. Andere behaupten gar, das Flugzeug steigt nur Aufgrund der Erdkrümmung. Jedenfalls hat die Maschine hat eine Spannweite von 60.3 m und eine Länge von 63.6 m. 295 Passagiere und die typische Beladung kann über 13.000 Km weit transportiert werden.



Bausatz: Dieser ist eine Wiederauflage des Bausatzes, welcher 1992 erstmals in Lufthansafarben erschien. Jedoch zeigt die Gussform keinerlei Alterungs- oder Abnutzungserscheinungen in Form von übermäßig Grat oder unscharfen Spritzguss. Die Teile überzeugen mit feinen Gravuren und feinen Details. Da ich gerade einen 340er in Arbeit habe, kann ich von keinen großen Schwierigkeiten berichten. Einzig das große Rumpfmittelteil 19 für die Unterseite verlangt nach ein wenig Spachtel. Die Teile für das Fahrwerk sind sehr detailliert ausgeformt. Als kleine Besonderheit besitzt dieser Bausatz eine Cockpitnachbildung, welche dann den Blick durch die Cockpitfenster nicht ins Leere gleiten lässt. Das Klarsichtteil ist wieder in der typischen Revellweise als Streifen nachgebildet. Die Bauanleitung lässt auf ihren 14 Seiten und 44 Baustufen keine Fragen ungeklärt. Da das Original auch schon zu den größeren Airliner gehört, benötigt die 144fache Verkleinerung auch eine Menge Platz in der Vitrine mit einer Länge von 43.7 cm und einer Spannweite von 40.3 cm.

Markierungen: Planmäßig wiedermal der Höhepunkt des Bausatzes. Auf einem Bogen fast so lang wie der Karton haben über 100 Elemente ihren Platz gefunden. Das Design stammt von DACO. Natürlich beeindrucken die photorealistischen Instrumente am meisten. Aber auch sonst bieten die Decals eine Fühle an Details in verschiedenen Ausführungen z.B. für die alternativen 5 SAS-Maschinen. Die beiden Geschmäcker für offene bzw. Fenster werden auch bedient. Wenn sich meine bisherigen Erfahrungen mit den Abziehbildern von Revell/DACO bestätigen, sollten sich auch bei den sehr großen Bildern unter Anwendung von entspr. Weichmachern und Geduld keine Probleme ergeben.

Fazit: Unter Freuden des Airlinersbaues kann eigentlich nur eines gelten, zuschlagen! Denn erstens wurden zuletzt auf E-BAY die älteren Auflagen wie Gold gehandelt und zweitens ist auch die SAS-Bemalung sehr schön, falls jemand nichts für klassische Musik übrig hat. Von der technischen Seite her bietet der Bausatz sowieso keine Einwende.

Sebastian Adolf, Berlin (Mai 2007)