MiG-21SMT Erzeugnis 50

R.V. Aircraft 72030 - Spritzguss mit Resin- und Fotoätzteilen - 1/72

Vorbild: Die MiG-21 sowie deren Nachbauten gehört bekanntermaßen zu den am meisten verbreitesten Überschallkampfflugzeugs. Es flog oder fliegt in ca. 50 Staaten.

Das Erzeugnis 50 bzw. die MiG-21SMT gehört zur dritten Generation dieses Kampfflugzeugs des Ostens. Diese Version entstand aus dem Bestreben heraus die Reichweite deutlich zu erhöhen. Dafür wurde der Gerätetunnels auf dem Rumpfrücken deutlich erweitert. Mit dem erweiterten Kraftstoffvorrat wurde die Reichweite um 200 bis 250 Kilometern erhöht. Gleichzeitig sankt aber die Geschwindigkeit sowie die Steigrate.

Die Serie der SMT lief 1971 an und wurde schon 1972 wieder beendet. Für den Export wurde eine ältere Funkmeßtechnik eingebaut. Nur 15 Exemplare wurde als MiG-21MT gebaut und verblieben in der Sowjetunion. Eine Maschine hat es nach Altenburg ins Museum verschlagen und ist dort zu betrachten.

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Bausatz: Die MiG-21SMT erschien erstmals in 1/72 zu Beginn der 90er Jahre in der Sowjetunion. Inzwischen soll dieser Bausatz unter dem Label Condor erhältlich sein. Weiterhin gab es von Fujimi hochgelobte Kits. Allerdings hatten diese auch erhebliche Schwächen in der Vorbildtreue. Nach der MiG-23-Reihe versucht sich R.V. Aircraft nun an der MiG-21. Als erster Bausatz dieser Reihe brachte man die MiG-21SMT heraus. Die MiG-21MF und MFN folgen aktuell.

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In dem typischen Stülpkarton befinden sich gut verpackt zwei sandfarbene Spritzgussrahmen mit 65 Teilen , einen Klarsichtrahmen mit fünf Teilen, ein kleiner Fotoätzteilbogen, vier Resinteile, ein Decalbogen, die mehrfarbige Bemalungsanleitung und die etwas einfache Bauanleitung. Paar Teile sind für andere Versionen und wandern in die Restekiste. Es handelt sich um einen typischen Short-Run-Kit von R.V. Aircraft. Es gibt feine Strukturen aber bei der MiG-23-Reihe gab es Probleme bei der Passung. Daher sollte man jedes Teil sorgfältig prüfen.

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Über die Maßhaltigkeit des Kits möchte ich nich philosophieren. Dafür fehlen mir genaue Maße. Fakt ist aber, dass man hier deutlich eine MiG-21SMT erkennt. Fürs Cockpit gibt es eine Wanne aus Resin. Weiterhin gibt es einen Resinschleudersitz. Dieser wird mittels Fotoätzteil um den Auslösemechanismus erweitert. Auch das Instrumentenbrett und der Bugfahrwerksschacht sind aus dem Gießharz. Mir persönlich gefällt der Konus beim Lufteinlauf. Das Teil 12 wirkt etwas plump. Dafür sieht der Triebwerksauslass tadellos aus und bedarf keine Nacharbeit. Vor dem Zusammenbau sollte man das Buggewicht nicht vergessen. Die Bauanleitung lässt jedoch offen wieviel Gramm es sein müssen.



Die Tragflächenhälften, die beiden Hälften des Höhenleitwerks sowie das Seitenleitwerk bestehen aus einem Stück. Dadurch sind diese sehr dünn und haben messerscharfe Hinterkanten. Die Grenzschichtzäune auf der Oberseite der Tragfläche sind aus Metall und müssen aus dem Fotoätzteilbogen sauber ausgeschnitten werden. Falls man ein Diorama bauen möchte, dann könnten die Luftbremsen ausgefahren montiert werden. Leider gibt es für die vier Lastträger keine Bewaffnung. Diese wäre sehr interessant gewesen.

Der kleine Decalbogen ist tadellos gedruckt. Er enthält keine Wartungshinweise. Dafür gibt es bei eduard einen A6-großen Bogen. Nur aus 72 Metern Entfernung sieht man beim Original garantiert keine Wartungshinweise! Die mehrfarbige Bemalungsanleitung ist übersichtlich und enthält verbale Farbhinweise.

Bemalungsvarianten:

Fazit: Mit Sicherheit ist es kein perfekter leichtzubauender Bausatz der MiG-21SMT in 1/72. Hier sind goldene Hände gefordert. Mit denen kann ein schönes Modell entstehen. Alle anderen sollten lieber zum Condor-Kit greifen.

Literatur:

Mikoyan MiG-21, Famous Russian Aircraft, Yefim Gordon, Keith Dexter und Dmitriy Komissarov, Midland Publishing 2008, ISBN 978-85780-257-3.

Volker Helms, Godern (Juli 2013)