Lockheed PV-1 Ventura

MINICRAFT 11654 - Spritzguss - 1/72

Vorbild: Die Lockheed Vega PV-1 Ventura und das Nachfolgemuster PV-2 Harpoon wurden im WK II als Patrolienflugzeug vor allem bei der US Navy eingesetzt. Der Urahn beider Modelle war die aufgrund von britischen Wünschen entstandene Lockheed Hudson. Schnell zeigte sich, dass die Leistungen dieser Maschine beschränkt waren. Auf Basis der Lockheed Model 18 Lodestar entstand dann die PV-1 Ventura bzw. Ventura Mk. I / II (für die RAF). Von 1942 bis zum Mai 1944 wurden 1600 PV-1 Ventura für die US Navy gebaut.

Nachdem die RAF die ersten Ventura 1942 erhielt, setzte sie diese offensiv als Bomber ein. Als 188 Ventura I an die RAF geliefert waren, führten zahlreiche Änderungen zur Ventura II. Es wurde u.a. der neue P&W GR 2800-31 eingebaut. Typisch für die Ventura I und II waren die Drehtürme von Boulton-Paul. Nicht mehr als 300 Ventura erhielt der RAF. Sie verloren schnell das Interesse an der Ventura, da sie nicht das erhoffte Ablösemuster für die Hudson war, sondern sie stellte ein "heißes Flugzeug" dar, welches schnell und empfindlich für Pilotenfehler war. Für Lockheed war es kein Problem, denn die Serie lief als PV-1 für die US Navy.



Als Nachfolgemuster mit weiterentwickelter Zelle und Tragfläche sowie mit R-2800-31-Triebwerken entstand ab 1942 bei Vega das Model 15. Im Juni 1943 bestellte die US Navy 500 Exemplare. Weitere Maschinen wurden noch bestellt, jedoch wurden die Lieferungen im September 1945 eingestellt.

Bausatz: Hierbei handelt es sich um eine Bausatzmodifikation mit neuen Decals. Die PV-1 war schon ein Gemeinschaftsprodukt von ACADEMY-MINICRAFT. Nach der Trennung der beiden Unternehmen verblieb die Form bei MINICRAFT.



Der Bausatz erschien schon 1998 bei MINICRAFT und die Spritzlinge sind von 1987. Für den Modellbauer bedeutet es. Es ist ein grundsolider Bausatz mit negativen Gravuren. Ein wenig Grat haben bei mir nur die Propeller. Mäßig gestaltet ist der ganze Triebwerksbereich. Das sehe ich als Hauptmanko des Bausatzes.

Die Klarsichtteile wurden der Version angepasst. Hier gibt es alles für eine US Navy PV-1. Im Bugbereich werden die Fenster vom beiliegenden Klarsichtteil entsprechend der Bauanleitung zugespachtelt. Von Squadron gibt es eine Vacukanzel für den Kit.

Die Fahrwerkschächte sind recht einfach und ohne Details. Für das Instrumentenbrett gibt es ein Decal. Beim Cockpit sollte die Entscheidung fallen, ob der Bausatz aus dem Kasten gebaut oder es ein gesupertes Modell werden soll. Für die letztere Aufgabe gibt es Zubehör u.a. bei eduard und Pavla. Die Motore sind recht gut und mit einer vernünftigen Bemalung kann man viel herausholen. Ansonsten gibt es auch hier Abhilfe bei Pavla und AIRES.



Die Bemalungshinweise sind sehr schön und die Farben sind für das ModelMaster-System angegeben. Ohne sichtbarem Versatz wurden die Decals auf hellblauem Trägerpapier gedruckt.

Bemalung:

Fazit: Ein interessanter Bausatz, der aus der Kiste heraus für den auch weniger fortgeschrittenen Modellbauer geeignet ist.

Erhältlich dieser Bausatz für Händler bei Glow2B (zu erreichen über www.glow2b.de). Für Privatkunden ist es im örtlichen Modellbaufachgeschäft erhältlich.

Literatur:

PV-1 Ventura in action No. 48, Charles L. Scrivner, squadron/signal publications 1981, ISBN 0-89747-118-0;
PV Ventura / Harpoon Units of World War 2, Alan C. Carey, Osprey Plubishing 2002, ISBN 1-84176-383-7;
Lockheed Vega PV-1 Ventura and PV-2 Harpoon - Naval Fighters Number Eighty, Steve Ginter. Steve Ginter 2010, ISBN 0-942612-86-8.

Volker Helms, Godern(Dezember 2010)