Armstrong Whitworth Argosy - 60's Livery

MACH2 GP 065 Spritzguss - 1/72

Vorbild: Die Armstrong Whitworth Argosy entstand nach einer gescheiterten Ausschreibung für einen Transporter der RAF als ziviles Frachtflugzeug. So entstand ab 1955 die A.W. 650. Diese wurde von vier Rolls Royce Dart Propellerturbinen angetrieben. Der erste Prototyp flog am 08. Januar 1959 erstmals und bis zum Jahresende flogen fünf weitere Exemplare dieses bemerkenswerten britischen Transportflugzeuges. Eine US-Fluggesellschaft (Riddle Airlines) bestellte 1959 vier Argosy. Immerhin entstanden 17 zivile A.W. 650.


Als A.W. 660 wurden die 56 Transporter für die RAF bezeichnet. Diese waren gegenüber den zivilen Exemplaren modifiziert. So konnte die Heckklappe im Flug geöffnet werden um Fallschirmjäger abzusetzen. Weiterhin wurde u.a. die elektronische Ausrüstung den militärischen Anforderungen angepasst. Natürlich wurde der Rumpfboden verstärkt. Als Argosy C. 1 gingen diese Flugzeuge an die RAF. Das erste Serienexemplar flog erstmals am 04. März 1961.

Ende 1962 waren die ersten Verbände einsatzbereit. Die Ablösung stand ab 1970 mit Lockheed C-130K Hercules bereit. Infolge technischer Probleme bei der C-130 musste die Argosy bis Mitte der 1970er Jahre in Dienst bleiben. Spezialversionen blieben bis 1978 bei der RAF in Dienst.

Bausatz: MACH2 aus Frankreich hat immer tolle Ideen und realisiert diese in 1/72. Herauskommen Short-Run-Spritzguss-Bausätze für den hartgesottenen fortgeschrittenen Modellbauer. Die Argosy war diesen November in Telford ein kleiner Verkaufsschlager. Es gibt zwei Versionen mit jeweils zwei Decalvarianten. In dem praktischen etwas wabbeligen Stülpkarton befinden sich zwei hellgraue Spritzlinge mit 171 Einzelteilen, ein klarer Spritzling mit 26 Teilen, ein Decalbogen und die sehr einfache Bauanleitung. Dafür gibt es aber eine mehrfarbige Bemalungsanleitung.

Die Qualität der Abspritzung ist mäßig. Ich tauschte in Telford beim Hersteller meinen Tragflächenspritzling um, denn der erste hatte eine wellige Hinterkante! Dafür könnte ich jetzt auch eine A.W. 650 bauen. Sicherlich muss man vor dem Bau jedes Teil gründlich von Grat befreien. Ein paar Teile wandern auch in die berühmte Restekiste.

Der Bau beginnt auch hier mit einem Cockpit. Das hat eine einfache Ausstattung. Immerhin gibt es zwei Sitze, zwei Steuerhörner, ein Instrumentenbrett, einen Boden und die Rückwand. Vielleicht kann man noch paar Gurte ergänzen. Durch die etwas milchigen Kanzeln ist eh nicht viel zu sehen. Der Rumpf ist in vier Teile geteilt. Für das Heck gibt es Alternativteile für die A.W. 650. Diese liegen normaler Weise nicht bei. Die Trennung ist hinter dem letzten Fenster. Dort gibt es im Original keinen Blechstoß. Das vereinfacht sicherlich das verschleifen. Ich muss das 660er Heck an die äußeren Teile des Vorderrumpfes ausrichten und nicht erst zusammenkleben, denn die beiden Teile sind unterschiedlich hoch! Ein Buggewicht sollte man sicherlich einbauen.

Die Fahrwerksschächte sind rudimentär detailliert. Alles sieht sehr stabil aus. An den Tragflächenunterseiten hat man die großen Landescheinwerfer mittels Vertiefungen angedeutet. Die Triebwerksauslässe sind immerhin einzeln vorhanden. Diese könnte man mit scharfen Kanten versehen. Die Propeller-Blätter werden einzeln auf eine Welle geklebt. Ein Alternativteil fällt mir nicht ein. Hier steht harte Arbeit bevor!

Scharfe Hinterkanten an Ruder und Tragfläche werden nur schwer zu erzielen sein. In der Bauanleitung wird noch gezeigt wie die Heckklappe der A.W. 660 öffnet. Das sollte man sich ersparen, denn dort gibt es nicht einmal einen Boden!

Die Decals sind tadellos auf hellblauem Trägerpapier gedruckt. Leider sind die blauen Streifen nicht dabei. Diese gibt es immerhin auf Papier gedruckt. Die Farben nur genannt. Ein Hinweis auf ein Farbsystem gibt es nicht.


Bemalung:

  1. Argosy C. 1, XN847, 267. Squadron der RAF, 1967.
  2. Fazit: Es gibt keine Alternative für eine Argosy als Spritzgussbausatz! Dieser Bausatz ist nur dem hartgesottenen Modellbauer oder dem Sammler zu empfehlen. Für mich läuft eine Wette für Telford 2016!

    Literatur:

    Armstrong Whitworth A.W. 650/660 Argosy - Warpaint Series No. 71, Charles Stafrace, Warpaint Books.

    Volker Helms, Godern (November 2015)