Let Z-37A "Čmelák"

Kovozávody Prostějov
KPM 103 - 1/72

Let Z-37A "Čmelák"
DDR

Kovozávody Prostějov
KPM 109 - 1/72

Let Z-37 "Čmelák"

Kovozávody Prostějov
KPM 120 - 1/72

Vorbild:

Bausatz: Lange - zu lange - hat es gedauert, bis die nun fast reichlich fünf Jahre alte Ankündigung von KP- und AZ -Modell (Peter Muzikant) - nun endlich vorliegt. Wer nun denkt - gut Ding will Weile haben - sieht betrachtet diese etwas irritiert.

Zunächst, alle drei KP-Kits sind baugleich und es gibt auch keinerlei Alternativteile. Unterschiede bestehen lediglich in Decals und entsprechenden Kartons. Hier findet man dann interessante finnische, ungarische und britische ?melàk.

Die Verpackung besteht aus einem stabilen Faltkarton, wie von KP inzwischen gewöhnt. Positiv natürlich: die jeweils hinten aufgebrachten drei farbigen Bemalungsschemen. Auch Bauanleitung, und der Druck der Decals machen einen guten Gesamteindruck.

Fangen wir stellvertretend mit dem Interflug-Kit KPM 0109 an: Und da geht es los, so ist schon mal die Darstellung der IF-Logos falsch. Leider ist es nicht genau in der horizontalen Flugrichtungs-Längsachse ausgelegt. Dass muss wie auf der Zeichnung hier aussehen.

Dann ist die Farbgebung der Variante 2 - DDR-SWD - mehr als deutlich zu hellgelb ausgefallen. Anbei mal die richtigen Bemalungen - nebst den verschiedenen Variationen in den Jahren an dieser Maschine.

Prinzipiell freut man sich ja über jeden neuen Bausatz eines bisher nicht erhältlichen Vorbildes. Man weiß auch, welche Probleme es macht, die besonderen Sicken und Strukturen an einer Z-37 darzustellen.

Diese sind im KP-Kit auch da, aber so, wie es eigentlich heutzutage unmöglich ist: Der Urmodellbauer hat offensichtlich eine Platte mit den Sicken über die Basistragfläche gezogen, ohne daran zu denken, diese Platte dann irgendwie zu versenken oder zu verspachtelnů Dass heißt im Klartext: Es gibt diagonal zur Flugrichtung jetzt überall eine überdeutlich sichtbare Erhöhung im Bereich der "normalen" Sicken. Umgerechnet in 1:72 etwa in Panzerplattenstärke 2 cm. Damit wäre jede originale Z-37 garantiert abgestürzt. Es sieht auch nicht wirklich prächtig aus.

Unter diesen Umständen, wäre sogar der Verzicht auf diese Sicken - also Abschleifen der ganzen Herrlichkeit - wahrscheinlich besser.

Es geht weiter mit der relativ dick abgespritzten, wenigstes gut durchsichtigen Kabinenverglasung. Aber auch hier hat KP wieder einiges verpatzt: Anstatt diese auch gleich für eine korrekte Z-37 auszulegen - Fehlanzeige. Verschämt soll man dieses - dann fehlenden Fenster - mit einem Decal (auch noch in schwarz, ohne irgendwelche Struktur!) kaschieren. Sorry - profimäßig, ist wirklich anders!! Und gleich noch in diese Kerbe: KP hat die Cockpit-Seitenfenster wunderschön plan dargestellt - das waren sie allerdings mitnichten! Zur Sichtverbesserung waren sie nach außen gewölbt, wie auf jedem Foto des Originals (siehe oben) deutlich zu sehen! Dazu kommt dann auch noch der Fauxpas mit dem Fenster für den mitfliegenden Mechaniker: Bei Z-37 gab es dieses NUR rechts - aber natürlich nicht in der KP-Bauanleitung.

Genug der Kritik - ansonsten ist das Modell schon gut gemacht: halbwegs Inneneinrichtung, vor allem alle Klappen und Ruder der Tragfläche separat - das wiederum ist wirklich Klasse. Genau wie insgesamt die Abspritzung der Teile völlig in Ordnung ist und auch Grat nirgendwo sichtbar ist. Soweit so gut, wenngleich ich mir den Wunsch nach den typischen Kraftstoffzusatztanks der Z-37 nicht verkneifen kann. Aber es geht noch weiter.

Eine "echte" Z-37 ist ein Arbeitsflugzeug. Als solches hat sie wenigstens eine Schleuderradanlage oder das komplette Sprühgestell zur Ausbringung flüssiger Applikationsstoffe untergebaut. KP hat sich für die einfachere erste Variante entschieden - der kompliziere Rest soll wohl ein Fall für die Zubehörindustrie werden? Technologisch ist das nämlich außerordentlich kompliziert. Die Chance dies jetzt gleich ordentlich und vernünftig in Plastik zu realisieren, hat KP jedenfalls erstmal "verdaddelt". Aber vielleicht findet sich mal ein 3D-Konstrukteur, der bei Shapeway ein solches Sprühset anbietet???

Ach ja: Die Z-37 gibt es im Original übrigens auch in Tarnung mit Balkenkreuzen - als Stuka-Filmflugzeug der DEFA!

Fazit: Endlich mal eine NEUE 72er Z-37! Aber lieber hätte ich eine der alten von Plasticart (Hersteller?) aus Zschopau. Diese Firma hatte jeweils in 1:72 und 1:50 Modelle für Repräsentationszwecke in limitierter Ausführung (in Fachkreisen spricht man von 50 - 250 Stück) für die Interflug-Agrarflieger gemacht. Ja, und ich weiß wovon ich spreche, denn ich hatte mal ein Modell davon in der Hand!

Erhältlich ist dieser Bausatz im gut sortierten Fachhandel.

Echt Schade, was den neuen Kit von AZ/KP betrifft war das lange Warten wohl eher nicht wirklich zielführend.

Für Anfänger, die sich an den o.g. "Meckereien" nicht stören, ist das KP-Modell sehr gut geeignet und auch relativ einfach zu bauen, zumal es auch noch attraktiv farblich daher kommt.

Erhältlich bei gut sortierten Modellbauhändlern. Da ist dann noch eine Besonderheit: TOM-Modellbau hat die Exclusiv-Rechte zum Vertrieb der Interflug-Version! Der Bausatz mit diesen Decals ist also anderswo nicht zu erhalten.

Detlef Billig, Berlin (Juli 2018)