Focke Wulf Fw 190D-9 Combo

Hasegawa 01920 - Spritzguss - 1/72

Vorbild: Die Focke Wulf Fw 190D-9 ist eine Weiterentwicklung der Fw 190-Reihe mit dem BMW-Sternmotor. So erhielt die Dora 9 einen Jumo 213-Reihenmotor und zum Ausgleich im Heck eine Rumpfverlängerung. Mit diesen sowie weiteren Verbesserungen wurde die Fw 190D-9 zum erfolgreichen Jagdflugzeug bei der deutschen Luftwaffe. Die Produktion begann erst im August 1944. Bis zum Ende des Kriegen wurden ca. 1800 Exemplare gebaut.



Der wassergekühlte Reihenmotor Jumo 213A hatte eine Leistung von 1750 PS und mittels MW 50-Einspritzung wurden 2100 PS erreicht. Erste Serienmaschinen hatten diese Einrichtung nicht. Die D-9-Version war den 190er mit Sternmotor deutlich überlegen. So erreichte die Fw 190D-9 ca. 680 km/h in 6600 Metern Höhe. In der Hand gut ausgebilderter Piloten war es eine gefährliche Waffe und alliierten Jagdflugzeugen z.T. überlegen.

Bausatz: Im Maßstab 1/72 gibt es derzeit drei ernstzunehmende Bausätze von Fw 190D-9. Italeri's Kit ist in dieser Reihe über 20 Jahre alt. Anfang der 90er Jahre legte Hasegawa die AP-Serie auf, die auch preislich in neue Regionen vorstieß und Ende der 90er Jahre brachte Tamiya eine kleine D-9 heraus.



Im stabilen Stülpkarton gibt es für den Bau von zwei kompletten Modellen insgesamt 82 Teile. Davon sind es acht Klarsichtteile. Ein paar Bauteile wandern in die Restekiste. Die Gravuren und der Aufbau des Bausatzes sind nach wie vor auf der Höhe der Zeit. Nur im Inneren sprich im Cockpit hat Hasegawa ein wenig gespart. Hier genügt die Detaillierung nicht mehr den gewachsenen Ansprüchen. Inzwischen gibt es ja für den der es möchte genug Detaillierungssets von Eduard und Co.

Instrumentenbretter und Seitenkonsolen sind platt und werden mittels Decals dekoriert. Wer hat, der sollte mindestens ein paar Sitzgurte ergänzen. Die Luftschraubenblätter müssen einzeln ausgerichtet und eingeklebt werden. Für die Kanzeln gibt es je nach Bemalungsvariante Alternativteile. Wenn man den mitgelieferten Zusatztank montieren möchte, dann sollte man die zwei angedeuteten Bohrungen in der Tragflächenunterseite durchbrechen. Für die Fahrwerksmontage gibt es eine Frontansichtsskizze.



Der umfangreiche Decalbogen ist ohne Versatz gedruckt. Es gibt Wartungshinweise für zwei 190D-9. Auch die nötigen Rumpfbänder sind zweiteilig vorhanden. Ich persönlich würde diese lackieren. Das ist aber Geschmackssache.

Bemalungsvarianten:

  1. Fw 190D-9 Stab/JG 6 von Kommodore Major Gerhard Barkhorn, Februar 1945;
  2. Fw 190D-9 Stab/JG 4 im März 1945;
  3. Fw 190D-9 gelbe 15, I./JG 301 im Mai 1945.

Fazit: Eine interessante Kombipackung für den interessierten Modellbauer. Da die Auflage limitiert ist, sollte man recht schnell zugreifen.

Literatur:

Peter Rodeike
Jagdflugzeug Focke Wulf
Fw 190 A, Fw 190 "Dora", Ta 152 H
Struve Druck, ISBN: 3-923 457-44-8

Volker Helms, Godern (Januar 2011)