Douglas DC-7C B.O.A.C. / Braniff

F-RSIN # 4001/4003 - 1/144

Vorbild: Die Douglas DC-7C stellt neben der Lockheed L.1649A Starliner den Höhepunkt und auch Abschluss in der Entwicklung der Kolbenmotor-Propellerverkehrflugzeuge da. Nach ihnen kamen die Boeing 707 sowie die Douglas DC-8 als erste Flugzeuge der Jetgeneration in Dienst. Daher war ihr Einsatz auf einen relativ kurzen Zeitraum beschränkt. Die DC-7C basierte direkt auf der DC-4/-6/-7 Familie. Sie entstand aufgrund einer Forderung von Pan Am nach einem Muster, welches den Atlantik in beiden Richtungen non stop zu jeder Jahreszeit überqueren konnte. Bisher musste die Flieger einen Tankstop auf einen Flug von Europa nach Amerika einlegen.

Gegenüber der DC-7B wurde der Flügel durch Einfügen einer 3 m Sektion in die Mitte verlängert. Dies erhöhte die Treibstoffkapazität um fast 3800 l und zusammen mit den stärkeren Wright Turbo-Compound Motoren verfügte das Modell über die gestellten Anforderungen. Gleichzeitig wurde auch der Rumpf um 1m verlängert und das Seitenruder verlängert. Damit konnten die Fluggesellschaften Ultralangstreckenflüge wie San Francisco-London oder Amsterdam-Anchorage-Tokio durchführen. Das Modell führte auch den Beinamen "Seven Seas".



Der Einsatz bei B.O.A.C. entstand aus einer Notsituation, da die Bristol Britannia 300LR sich verzögerten. Damit sich die Firma trotzdem dem Wettbewerb mit Pan Am und TWA stellen konnte, bestellte man als Übergangslösung die DC-7Cs. Die erste wurde am 15.Oktober 1956 geliefert und ab 6.Januar 1957 auf der Route nach New York eingesetzt. Schon nicht mal ein Jahr später ersetzten die Britannia und Comet die Douglas auf der Linie, so das sie in den Charterverkehr zurückgedrängt wurden. Der letzte planmäßige Einsatz erfolgte schon am 14.August 1960. Zwei Maschinen wurden zu Frachtern umgerüstet und bei BOAC Cargo Service bis 1965 eingesetzt.



Bausatz: Mit Erscheinen dieses Bausatzes betritt F-RSIN zweimal Neuland. Den erstens gab es bisher diesen Maschinentyp nicht als Plastikspritzguss in 1/144 und zweitens ist es auch der erste Spritzguss des französischen Kleinserienherstellers. In einem ansprechen Karton wird der Bausatz geliefert, nach Öffnen von der Seite hält man einen Spritzling sowie die Anleitung und Abziehbilder in der Hand. Beim Betrachten der Teile hatte ich spontan eine Erinnerung an Mach2 Bausätze. Der Guss ist besonders bei den Kleinteilen nicht ganz so scharf und mit Fischhaut. Aber man darf hier halt nicht die selben Maßstäbe wie bei Großserien von Revell und Co gelten machen.



Rein von der Form und Maßhaltigkeit habe ich keine Fehler entdecken können. Die großen Teile haben keine Passstifte, eine erste Trockenpassung der beiden Rumpfhälften zeigte aber auch keine Probleme. Was mir aufgefallen ist, ist das die Lufteinläufe an den Motoren nicht offen sind, hier ist also etwas Arbeit notwendig. Beim Bau kann man den Bausatz dann auch eh erst komplett beurteilen.

Die Bauanleitung (Abbildungen s.u.) besteht aus zwei losen A4-Blättern. Die eigentliche Montage der Teil wird in einer Skizze beschrieben, aufgrund der wenigen Teile sicherlich kein Problem. Der Käufer wird sicherlich ein Gefühl haben, wie ein Flugzeug aussieht. Desweiteren werden auf der Rückseite des selben Blattes die verschiedenen Tür/Fenster-Konfiguration erklärt. Das zweite Blatt hat neben einer Historie in Englisch/Französisch eine farbige Bemalungsanleitung. Dies ist eine schöne Sache.

Bemalungen: Der Bausatz enthält jeweils eine Bemalung, erhältlich sind BOAC, KLM und Braniff. Ich möchte hier BOAC und Braniff vorstellen. Die Decals sind im Siebdruckverfahren hergestellt. Es sind mehrere Maschinen der jeweiligen Gesellschaften möglich, bei BOAC auch die beiden Frachter. Der Druck ist von sehr guter Qualität.



Fazit: Unter Freuden des Airlinersbaues kann eigentlich nur eines gelten, zuschlagen! Zwar habe ich natürlich die guten, alten Zeiten nicht persönlich erlebt, aber der Eindruck der DC-6B von Red Bull in Tempelhof ist noch frisch. Desweiteren wurde ja dieser kurzlebige, aber trotzdem wichtige Typ bisher nicht von den Großen beachtet.

Erhältlich ist der Bausatz direkt beim Hersteller unter f-rsin.com

Sebastian Adolf, Berlin (Oktober 2009)