de Havilland Vampire NF. 10

Czech Master Resin No. 222 Resinkomplettbausatz - 1/72

Vorbild: Die D.H. 100 entstand ab 1941 speziell für das Goblin Strahltriebwerk. Der erste Prototyp flog am 20. September 1943. Kurz vorm Ende des WK II flog die erste Serienmaschine. Bei ihrem Erscheinen war die Vampire der schnellste britische Jäger.





Trotzdem galten die ersten Versionen der Vampire bei den Piloten der britischen RAF als untermotorisiert. Die Anfangsbestellung belief sich auf 120 Vampire F Mk. 1 und die erste Serienmaschine flog am 20. April 1945. Das Seiten- und Höhenleitwerk unterschied sich deutlich von den nachfolgenden Versionen und zu Beginn gab es noch eine Schiebehaube mit festem hinterem Teil. Alle Maschinen wurden später mit der zweiteiligen Haube ausgerüstet. Ab 1946 flog die F Mk. 1 bei den Einsatzverbänden der RAF bis sie Anfang der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts außer Dienst ging.



Aufgrund der britischen Ausschreibung F.3/47 entstand die erste Jagdbomberversion der Vampire. Sie besaß noch das Globin 2-Triebwerk. Am 23. Juni 1948 flog die FB. Mk. 5 VV214 erstmals. Die FB. Mk. 5 hatte einen umkonstruierten Rumpf der wesentlich robuster war. Er konnte noch immer keinen normalen Schleudersitz aufnehmen.

Unter der Bezeichnung DH. 113 begann die Entwicklung eines zweisitzigen einmotorigen Nachtjägers aus der Basis der Vampire FB Mk. 5. Man nutzte den Rumpf dieser Version und fügte ein Cockpit im Stil der Mosquito-Nachtjäger hinzu. Es gab ein AI Mk. 10-Radar und vier 20 mm-Kanonen.



Als Lückenfüller ging die Vampire NF. 10 bei der 25. Squadron der RAF in West Malling am 26. Juli 1951 in Dienst. Dort ersetzte sie die Mosquito NF. 38. Nach nur 2 Jahren ging die NF. 10 außer Dienst. Ersetzt wurden die Flugzeuge durch Meteor NF. 11 und Venom NF. 2.

Bausatz: Im stabilen Stülpkarton befinden sich gut verpackt 73 Resinteile, ein Fotoätzteilbogen, zwei Vacukanzeln, gelbe Masken und ein Decalbogen. In meinem Karton waren noch ein paar Teile zusätzlich. Andere wandern in die Restekiste.



Der Aufbau des Kits ist sehr gut durchdacht. Es gibt Locations für die Tragfläche am Rumpf und auch für die Leitwerksausleger. Die äußeren Strukturen sind sehr fein. Das setzt sich auch im Cockpit fort. An den Rumpfinnenseiten gibt es schöne Strukturen. 29 Resin- und Fotoätzteile werden dort verbaut. Natürlich sind die Sitzgurte, das Instrumentenbrett sowie andere Teile mehrfarbig bedruckt. CMR erwähnt kein Gegengewicht im Rumpfbug. Ich würde einige Gramm empfehlen.

Die Lufteinläufe erhalten Leitbleche aus Fotoätzmaterial. Alle Landeklappen können alternativ offen angebaut werden. Dafür liefert CMR auch eine wundervolle Struktur für die Innenseiten. Für das Fahrwerk liefert CMR wieder schwarze Resinteile. Diese sind stabiler und verformen sich nicht so leicht.



Falls man sehr geschickt ist, kann man noch die Haube aufsägen und offen ankleben. Zum Maskieren gibt es gelbe Masken von Eduard. CMR liefert auch noch Zusatztanks.



Der Decalbogen ist tadellos im Register gedruckt und enthält auch sehr viele(oder sind es alle) Wartungshinweise.

Bemalungsvarianten:

Fazit: Eine sehr interessante Version der Vampire, die sich deutlich von den Einsitzern unterscheidet. Die Vampire NF. 10 von CMR ist ein phantastischer Bausatz für den fortgeschrittenen Modellbauer.

Literatur:

de Havilland Twin-Boom Fighters Vampire, Venom and Sea Vixen, Barry Jones, Crowood Press 2004, ISBN 1-86126-681-2;
de Havilland Vampire - Warpaint Series No. 27, W.A. Harrison, Warpaint Book.

Volker Helms, Godern (August 2011)