Hansa-Brandenburg W 12/III

Czech Master Resin No. 5003 - 1/72

Vorbild: Der Einsatz einsitziger Jagdflugzeuge verlief bei der kaiserlich-deutschen Marine nicht gerade erfolgreich. Die Marine beauftragte Hansa-Brandenburg mit der Entwicklung eines zweisitzigen Schwimmer-Jagdflugzeugs. Unter Ernst Heinkel entstand die W 12 und der erste Prototyp war im Januar 1917 bereit zum Erstflug. Die Leistungsfähigkeit dieses Flugzeugtyps überzeugte die Marineführung. Dank der Erfahrung von Hansa-Brandenburg entstand ein wendiges, schnelles und auch gut bewaffnetes Seeflugzeug. Für den Bordschützen wurde durch die ungewöhnliche Seitenleitwerkskonstruktion ein sehr gutes Schussfeld geschaffen. Nach vorn konnte der Bordschütze ebenfalls über die Tragfläche schießen und der Pilot bediente ein bis zwei synchronisierte MGs. Es wurden Motore von Daimler oder (!) Benz mit 160/150 PS verbaut. Insgesamt entstanden 146 Exemplare. Die Weiterentwicklung als Eindecker war die W 29. Diese Version wurde durch den damals populärsten Seeflieger Oberleutnant zur See Friedrich Christiansen geflogen. Er schoss u.a. das britische Luftschiff C 27 am 11. Dezember 1917 mit Hilfe seiner W 12 ab.

Bausatz: CMR überarbeitet die ursprünglichen Bausätze Stück für Stück und bringt sie als Komplettbausätze mit (50er Nummer) wieder neu heraus. Wenn ich meine Informationen richtig interpretiere, dann handelt es sich hier um die Version mit dem Benz Bz III - Motor, der einen Stirnkühler. Die Überarbeitung bekam dem Bausatz recht gut und durch die neue Gusstechnik ist der Guss auch viel besser, als in der Vergangenheit. Die Kabine besteht aus neun Teilen und die Sitzgurte könnten noch ergänzt werden. Die Bauanleitung ist übersichtlich. Ein Höhepunkt des Bausatzes sind die Schwimmer. Sie sind einteilig gegossen und mit allen Details versehen. Schön sind auch die scharfen Hinterkanten der Tragflächen und der Ruder. Die Verspannung dieses Doppeldecker-Jagdflugzeug ist recht minimal und auf einer Skizze gut zu sehen. Der Decalbogen ist umfangreich und beinhaltet auch eine Reproduktion des bedruckten Tarnstoffes für die Oberseiten. Ein kleiner Mangel sein noch vermerkt: Es fehlt bei den Bemalungshinweisen eine mögliche Pilotenzuordnung. Das wars auch schon, was ich zum Meckern hatte.





Bemalungsvarianten:

Fazit: Bestimmt kein Bausatz für Anfänger, jedoch wer eine gewisse Erfahrung im Thema WK I hat, der kommt auch hiermit zurecht. Dafür unbedingt empfehlenswert.

Volker Helms, Godern