Avia VR 3 / Fa 223

AMP 72005 Spritzguss mit Masken und Fotoätzteilen - 1/72

Vorbild: Henrich Focke war ein sehr innovativer Konstrukteur. Nach seinem Rückzug aus dem von ihm mitbegründeten Unternehmen Focke Wulf wandte er sich der Hubschrauberentwicklung zu. Bemerkenswert war der Flug mit einen Fw 61/Fa 61 Hubschrauber in der Deutschlandhalle mit Hanna Reitsch. Vom RLM bekam er 1938 den Auftrag zur Entwicklung eines Hubschraubers. Dieser sollte eine Last von 700 kg heben können. Er erhielt die Bezeichnung Focke-Achgelis Fa 223 Drache.



Die Konstruktion von Motor, Getriebe und Rotornaben erfolgte beim BMW. Neu war die heute noch eingesetzte kugelgelagerte Taumelscheibe. Die Erprobung des ersten Prototyps Fa 223V1 begann im Oktober 1939. Der erste Freiflug war am 03. August 1940. Der Serienbau der Fa 223E sollte in Delmenhorst bei Focke Achgelis erfolgen und wurde dann aber nach Laupheim verlegt. Später wurden auch noch Fa 223 in Berlin-Tempelhof gebaut. Allerdings wurden es in der Summe nur um die 40 Stück.



In der CSR wurden noch zwei Exemplare als Avia VR 3 zusammengebaut. In Frankreich wurde der Hubschrauber weiterentwickelt und unter der Bezeichnung SE 3000 von SNCASE gebaut. Damit hatte der französische Hubschrauberbau seine Wiege gefundenů



Bausatz: Der eine oder andere kann sich noch an HUMA aus Hanau erinnern. Dort erschien in den 1990er Jahren im Maßstab 1/72 der Fa 223 als recht detaillierter Spritzgussbausatz. Leider ist die Produktion in den 2000er Jahren eingestellt worden. Die Formen sind zwar vorhanden aber es ist nicht klar ob sie in einem absehbaren Zeitraum wieder benutzt werden. So hat AMP aus der Ukraine die Chance genutzt und einen Spritzgussbausatz in Short-Run-Technologie herausgebraucht. Es gibt zwei Verpackungen. Diese unterscheiden sich allerdings nur in den Bemalungsvarianten und ein paar anderen Teilen.



In dem attraktiven praktischen Stülpkarton befinden sich gut verpackt sechs hellgraue Spritzlinge mit 121 Teilen, zwei Klarsichtrahmen mit zwölf Teilen, ein Fotoätzteilbogen, Vinylmasken, zwei Resinteile und die mehrfarbige Bau- und Bemalungsanleitungen. Es gibt hier mit diesem Kit aber eine größere Auswahl ein Teilen und damit besteht die Möglichkeit mehr Maschinen nachzubilden als die Decals hergeben.



Der Bau beginnt mit der filigranen Frontsektion. Hier gibt es eine wunderschöne Rohrkonstruktion und diese muss zusammengefügt werden. Für den Pilotensitz gibt es Sitzgurte und Seitenruderpedale aus Metall. Die Instrumente und Bedienungselemente hat AMP sehr gut nachgebildet. Dieser Bereich bleibt durch die großzügigen Klarsichtteile gut sichtbar. Der eingebaute BMW 801 entsteht aus neun Teilen. Davon ist nur nach der Montage der Rumpfhälften nur wenig zu sehen. Für die Fa 223 gibt es auch ein Bug-MG für den A-Stand.



Bei den Klarsichteilen muss man sich zwischen der Fa 223 und der VR 3 entscheiden. Sind diese erstmal montiert ist es zu spät. Die größte Herausforderung ist das Zusammenfügen von zehn Fotoätzteilen übereinander. Ohne Achse zum Zentrieren wird hier nichts. Beim Seitenleitwerk gibt es die frühe und späte Ausführung. Die frühe Variante bleibt in der Kiste. Leider gibt es bei beiden keine scharfe Hinterkante.



Dann kommt die Montage der filigranen Ausleger. Dafür benötigt man Zeit und ruhige Hände. Denn die sollen dann die Drei-Blatt-Rotoren halten. Selbst an den Zusatztank hat man bei AMP gedacht. Die beiliegenden Vinylmasken erleichtern das Lackieren des Modells.



In der Bau- und Bemalungsanleitung bezieht man sich nicht auf ein Modellfarbensystem. Dafür gibt es aber die RLM-Farbtöne. Der Decalbogen ist tadellos gedruckt.



Bemalungen:

Fazit: AMP aus der Ukraine liefert hier im Maßstab 1/72 einen gut gemachten Bausatz der Fa 223 für den fortgeschrittenen Modellbauer.

Erhältlich sind die Bausätze von AMP im gut sortierten Fachhandel oder für Händler bei Glow2b.

Literatur:

Helicopters of the Third Reich, Steve Coates with Jean-Christophe Carbonel, Classic Publication 2002, ISBN 1-903223-24-3

Volker Helms, Godern (September 2018)