IPMS Hauptseite
Zurück

Imperial Guard “Valkyrie”
Warhammer 40000

Games Workshop - 28mm

Das für mich persönlich am besten gelungene Fahr- bzw. Flugzeugmodell der letzten Jahre von Games Workshop ist die „Valkyrie“ der Imperialen Armee. Ursprünglich als Resin-Modell durch die Firma Forgeworld als Erweiterung für das Tabletop-Spiel Warhammer 40.000 auf den Markt gebracht, bestand für viele Spieler kaum die Möglichkeit das schöne und – für das Spiel – überaus praktische aber leider auch sehr teure Modell seiner Armee hinzuzufügen. Erst vor knapp 2 Jahren erhielt Games Workshop die Chance das Modell aus Spritzgussbausatz herzustellen – seitdem ist es auf vielen Tabletop-Spieltischen der Welt zu Hause.

Hintergrundgeschichte: Die „Valkyrie“ dient in der überaus kriegerischen Zukunft von Warhammer 40.000 als schneller Transporter für bis zu 12 imperiale Soldaten und liefert diesen vor- bzw. nach dem absetzen Unterstützungsfeuer.

Als Standardbewaffnung kommen hierbei ein Multilaser gegen Infanterie sowie 2 Raketen gegen gepanzerte Ziele zum Einsatz. Wem das nicht reicht, kann sich für seinen Multilaser eine überaus starke Laserkanone gegen schwer gepanzerte Ziele einkaufen womit das Fahrzeug ein guter Panzerjäger wird. Bei starken Infanteriearmeen auf der Seite des Gegners sollte man statt der 2 großen Raketen auf 2 kleinere Raketenkassetten setzen und 2 schwere Bolter hinzukaufen – gegen leichte und mittlere Infanterie eine überaus harte Bewaffnung. Alle diese Optionen sind im Bausatz enthalten.

Doch damit ist die Spitze der Bewaffnungsmöglichkeiten noch längst nicht erreicht denn für einen geringen Aufpreis kann man seine „Valkyrie“ mit 3 synchronisierten Laserkanonen (damit darf man alle Fehlschüsse 1x wiederholen was die Trefferwahrscheinlichkeit stark erhöht) und 2 schweren Boltern ausrüsten und erhält so eine noch härtere Variante der „Valkyrie“ – die „Vendetta“. Auch diese Variante kann, trotz ihrer harten Bewaffnung, ebenfalls 12 Soldaten transportieren. Wer sich hierfür nicht aus übriggebliebenen Laserkanonen eines „Landraider Crusaders“ bzw. eines Cybots diesen Umbau einfach selbst machen kann, hat natürlich die Möglichkeit die dafür benötigten Teile als Resin-Satz von Forgeworld zu erwerben.

Doch es gibt noch weitere Varianten dieses überaus praktischen Fahrzeuges die jedoch noch immer als Resin-Kits nur durch die Firma Forgeworld vertrieben werden. Da wäre zuerst die „Vulture“ – eine reine Kampfversion ohne Transportkapazität und noch größeren Kanonen. Ganz im Gegensatz dazu steht der „Valkyrie Sky Talon“ – eine schwach bewaffnete Transporteinheit für kleinere Fahrzeuge oder Kampfläufer die schnell an die Frontlinie gelangen sollen. Denn spieltechnisch sind diese Fahrzeuge als schnelle Antigravs einzusetzen was ihnen ein hohes Tempo garantiert. Dieses geht zwar etwas auf die Panzerung aber diese kann immer noch sehr vielen Feindwaffen im Spiel standhalten.

In meiner mittlerweile recht großen Forgeworld-Armee der Elysianischen Sprungtruppen – eine auf schnelle Lufteinsätze spezialisierte Eliteeinheit – spielen je 3 „Valkyres“ bzw. „Vendettas“ die zentrale Rolle beim Angriff meiner Infanterie. Erstere bringen meine 3 Trupps Veteranen mit panzerbrechenden Waffen oder Flammenwerfen schnell zum Feind und letztere schießen ihnen den Weg bzw. halten ihnen die Flanken frei.

Bausatz: Games Workshop hat sich viel Mühe gegeben ein gutes Modell der „Valkyrie“ auf den Markt zu bringen was sicher nicht ganz einfach war. 1 durchsichtiger und 4 graue Gussäste bieten alle Teile die man zum Bau einer echten „Valkyrie“ mit allen Bewaffnungsoptionen benötigt. Die Teile sind sauber gegossen und haben nur selten etwas Grat. Die Fugen mögen auf den ersten Blick sehr breit wirken aber in der Welt von Warhammer 40.000 ist vieles so wie es aussieht – in diesem Fall steht dieses also für die dicken Panzerplatten welche der „Valkyrie“ das Überleben auf dem Gefechtsfeld ermöglichen.



Die beigefügte Bauanleitung ist übersichtlich und nur der Decalsatz ist etwas unbefriedigend, ist es doch der gleiche wie bei den Panzern der Imperialen Armee von Games Workshop. Aber auch hier bietet Forgeworld Abhilfe und brachte 2 große Decalsätze auf den Markt – einen für Elysianer mit diversen Markierungen auch für „Valkyries“ und einen sogar nur für die „Valkyrie“ bzw. deren Versionen.


Meine 3. “Valkyrie”

Zusammenbau: Der Zusammenbau des Modells geht relativ einfach vonstatten, Rumpf und Tragflächen fügen sich passgenau zusammen. Einzig beim Anbringen der großen Lufteinlässe für die Triebwerke bleibt unten ein kleiner Spalt offen und das Anbringen der Cockpitstreben offenbart ebenfalls kleine Probleme - auch hier bleibt bei mir immer ein schmaler breiter Spalt.

Zwar ist die Innenausstattung recht spartanisch gehalten aber sowohl im Kampfraum als auch dem Cockpit kann man mit wenigen Bitzteilen leichte Verbesserungen anbringen und für ganz Mutige besteht sogar die Chance, 10 Soldaten der Imperialen Armee (genauer gesagt Elysianer) von Forgeworld zu erwerben welche auf Bänken im Kampfraum sitzen… bei geöffneten Luken sicher sehr reizvoll.


Meine 3. “Valkyrie” im Detail

Bemalung: Die Innenseiten des Modells wurden mit Spray von Games Workshop (Skull White) grundiert und erhielten dann einen hellen Anstrich, bestehend aus ca. 90% Skull White und je 5% Golden Yellow bzw. Codex Grey. Die Armaturenbretter wurden aus einem Mix mit 66% Chaos Black und 34% Codex Grey bemalt und für die Crewmitglieder verwendete ich Blood Red, Chaos Black, Mithril Silver, Skull White und Gryphonne Sepia – alle Farben stammen von Citadell.

Die Außenbemalung mit dem grauen bzw. grünen Vorschlag der Verpackungsvor- bzw- Rückseite gefiel mir nicht so gut denn meine „Valkyries“ und „Vendettas“ sind keine normalen der Imperialen Armee sondern werden von den Elysianischen Sprungtruppen verwendet. Also erhielten sie – ebenso wie meine „Tauros“ – ein 4-farbiges gepunktetes Braun-Muster. Als Grundfarbe diente mir hier Snakebite Leather und für die Tarnung musste Desert Yellow, Scorched Brown und ein sehr willkürlicher Mix aus Graveyard Earth, Blood Red, Codex Grey und Scorched Brown her.

Darauf kamen dann Abziehbilder der Firma Forgeworld – leider zeigen diese nach dem Aufbringen einen leicht silbrigen Trägerfilm weshalb ich die Lücken kurzerhand mithilfe eines feinen Pinsels übermalte. Es sieht zwar nicht ganz so toll aus wie bei manchen meiner Flugzeugmodelle aber dieses ist kein Modell für eine Vitrine sondern für den Spieltisch. Die Kanten und erhabenen Stellen des Modells wurden als Alterung vorsichtig mit Mithril Silver trockengebürstet und am Ende sprühte ich nur noch 2 Schichten Mattlack von GW auf das Modell und fertig.


Meine 1. “Vendetta”

Fazit: Alles in allem ein sehr gutes Modell von Games Workshop. Geringe Passungenauigkeiten sind zu verschmerzen bzw. mit etwas Übung und Können auch leicht zu beseitigen. Mit einem Griff in die Bitzkiste bzw. Decal-Restesammlung kann man mehreren Modellen ein individuelles Aussehen geben und ,wie oben erwähnt, mit einigen Um- bzw. Zurüstsätzen von Forgeworld kann man leicht weitere Varianten dieses Modells herstellen.

Einzig der Preis von 50,00€ pro Modell ist für mich ein kleiner Wermutstropfen denn man benötigt für den effektiven Einsatz der „Valkyrie“/ „Vendetta“ leider gleich mehrere Modelle.

Holger Schimpf, Erfurt (März 2011)